26.01.2022

BBS und MBG beförderten 2021 deutlich mehr Investitionen im Freistaat Sachsen als in den Vorjahren

Das Volumen der ermöglichten Investitionen stieg im letzten Jahr auf fast 300 Mio. EUR und rangiert über dem Vor-COVID-Niveau


Dresden, den 26. Januar 2022: Die Bürgschaftsbank Sachsen GmbH (BBS) und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen mbH (MBG) haben im vergangenen Jahr Finanzierungshilfen mit einem Gesamtwert von 94,9 Mio. Euro vergeben. Mit ihren Bürgschaften und Beteiligungen ermöglichten sie Investitionen in Höhe von 297,9 Mio. Euro in Sachsen, was einem Anstieg von 28 % gegenüber 2020 (232,1 Mio. Euro) sowie von 71 % gegenüber 2019 (174,3 Mio. Euro) entspricht. Die jüngsten Zahlen verweisen auf eine neu erstarkte Investitionsbereitschaft der sächsischen Wirtschaft. Für das erweiterte Investitionsgeschehen sorgte insbesondere die MBG mit einem signifikanten Zuwachs bei den Beteiligungen.

Der gesteigerte Investitionswille wirkte sich auch positiv auf den Arbeitsmarkt aus. Durch die finanzielle Unterstützung von BBS und MBG konnten 2021 in Sachsen insgesamt 6.145 Arbeitsplätze neu geschaffen oder gesichert werden. Nachdem der Fokus zum Pandemiebeginn 2020 vor allem auf der Sicherung bestehender Arbeitsverhältnisse lag, trugen die beiden Wirtschaftsförderer zuletzt auch wieder öfter zur Schaffung neuer Jobs bei. Aufbauend auf den von BBS und MBG ermöglichten Investitionsprojekten konnten im zurückliegenden Jahr insgesamt 1.537 Stellen neu eingerichtet werden. Damit ist ein starkes Wachstum von 43 % gegenüber dem Vorjahr (1.074 neue Stellen) zu verzeichnen.

199 Bürgschaften und Garantien setzen 158,6 Mio. Euro Investitionskapital frei

Die BBS übernahm im letzten Jahr 199 Bürgschaften und Garantien über insgesamt 56,3 Mio. Euro, um Fremdkapital für sächsische Firmen zugänglich zu machen. Zu den Unternehmen gehörten z. B. die 3D MicroPrint GmbH aus Chemnitz, die PAMA paper machinery GmbH aus Freiberg oder die Tief- und Ingenieurbau GmbH Weischlitz. Durch ihre finanzielle Absicherung konnte die BBS Investitionen in Summe von 158,6 Mio. Euro mit auf den Weg bringen. Damit bleibt sie nur leicht hinter dem ersten Coronajahr 2020 zurück (184,6 Mio. Euro), in dem sie Unternehmen mit dem Sonderprogramm „Express-Liquidität“ durch die Frühphase der Pandemie half. Gleichwohl ermöglichte die BBS im Jahr 2021 höhere Investitionssummen als noch vor der Pandemie (2019: 119,7 Mio. Euro).

Finanzierungshilfe bei Unternehmensnachfolgen stark nachgefragt

Die Übernahme eines bestehenden Unternehmens scheint auch in Pandemiezeiten ein attraktiver Weg in die Selbständigkeit zu sein. Das legen zumindest die jüngsten Förderstatistiken der BBS nahe, die anhaltend hohe Zahlen bei den Nachfolgen ausweisen. Insgesamt 74 Bürgschaftsurkunden über 26,2 Mio. Euro stellte die BBS im letzten Jahr aus, um Firmenübernahmen durch Nachwuchsunternehmerinnen und – unternehmer abzusichern (2020: 71 Bürgschaften über 23,5 Mio. Euro). Auf diese Weise trug die BBS zugleich dazu bei, dass 1.176 Arbeitsplätze in Sachsen erhalten blieben oder neu entstanden. Demnach entfällt gut ein Drittel aller 3.327 Arbeitsplätze, die im Zusammenhang mit einer 2021 vergebenen Bürgschaft stehen, auf Nachfolgen.

Arne Laß, Mitgeschäftsführer der BBS, sagt: „Mit ihrem Finanzengagement trieb die BBS im letzten Jahr zahlreiche Transformationsprojekte voran, die in der aktuellen Pandemielage besonders erfolgskritisch für unsere heimische Wirtschaft sind. So konnten sächsische Unternehmen dank der BBS etwa in die Digitalisierung interner Prozesse und die Erschließung neuer Geschäftsfelder investieren, aber auch ganze Betriebe an eine junge Generation mit frischen Ideen übergehen. Damit sicherte die BBS den Fortbestand hunderter Firmen und damit verbundener Arbeitsplätze in Sachsen.“

137 Beteiligungen stimulieren Investitionen mit 139,3 Mio. Euro Gesamtwert

Die MBG hat die Eigenkapitalbasis von sächsischen Unternehmen im letzten Jahr mit insgesamt 38,6 Mio. Euro, verteilt auf 137 Investments, gestärkt. Davon gehen 19 Beteiligungen mit einem Gesamtvolumen von 3,2 Mio. Euro auf das Konto des TGFS Technologiegründerfonds Sachsen, den die MBG aktiv mit verwaltet. Über Investmentzusagen der MBG konnten sich 2021 u. a. die Journext GmbH aus Dresden, die flowplace GmbH aus Leipzig oder die nevi GmbH aus Görlitz freuen. Mit ihrem Kapital-Input hat die MBG Investitionen mit einem Gesamtvolumen von 139,3 Mio. Euro in Sachsen mit angeschoben, womit sie einen neuen Höchstwert erreicht (2020: 90,5 Mio. Euro; 2019: 56,4 Mio. Euro).

Erweiterte Förderung von Start-ups mit pandemiebedingten Kapitalengpässen

Der Schwerpunkt der MBG-Investmenttätigkeit lag 2021 auf jungen Unternehmen, die in Folge der Pandemie vor Finanzierungsproblemen standen. Über einen speziellen Corona-Hilfsfonds für Start-ups stellte die MBG im vergangenen Jahr insgesamt 22,6 Mio. Euro Kapital in Form von stillen Beteiligungen bereit. Insgesamt 56 Anträge auf Fördergelder konnte die MBG in ihrer Rolle als Intermediär zuletzt bewilligen (Vorjahr: 38 Zusagen über 17,3 Mio. Euro). Der 2020 aufgesetzte und 2021 aufgestockte Hilfsfonds speist sich aus Finanzmitteln des Bundes (über die KfW), des Landes Sachsen (über die SAB) und der MBG. Von allen 2.818 Arbeitsplätzen, die die MBG im letzten Jahr finanziell untermauerte, sind 1.071 Arbeitsplätze allein dem Corona-Start-up-Hilfsfonds zuzurechnen. Davon wiederum war die Hälfte der Jobs 2021 neu entstanden.

Markus H. Michalow, Mitgeschäftsführer der MBG, sagt: „Auch im zweiten, von der Coronapandemie geprägten Jahr war die MBG der sächsischen Wirtschaft ein zuverlässiger und starker Finanzpartner. Ihre Investments ermöglichten es etlichen Unternehmerinnen und Unternehmern, pandemiebedingte Finanzierungslücken zu schließen sowie neue Marktchancen für sich zu nutzen. Mit ihrer Kapitalkraft trägt die MBG maßgeblich dazu bei, dass Sachsen heute nicht nur ein zukunftsträchtiger Standort für junge Firmen, sondern auch ein attraktiver Arbeitsort für junge Menschen ist.“

Alle Zahlen Stand 25.01.2022

 

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