20.06.2022

Exakt, exakter, IN-TEC – nordsächsisches Industrieunternehmen liefert CNC-Drehteile mit maximaler Präzision

Es läuft rund bei der IN-TEC Fertigungstechnik GmbH (kurz: IN-TEC). Das gilt nicht nur für die Produktion der CNC-Drehteile, die das Unternehmen seit 2004 in Gerichshain im Leipziger Land herstellt. Auch die Nachfolgefrage konnte nun ganz im Sinne des bisherigen Eigentümers geklärt werden. Er konnte sein Lebenswerk an gleich zwei engagierte Nachfolger übergeben, die der IN-TEC schon mehrere Jahre angehören und über umfassendes technisches Fachwissen verfügen: Muhamed Bilajbegovic war vor der Übernahme als Produktionsleiter bei der IN-TEC tätig, sein heutiger Mitinhaber Sven Neuhaus hatte als Schichtleiter zuletzt auch Vertriebsaufgaben inne. Neben der Personalverantwortung tragen beide heute die gesamte wirtschaftliche Verantwortung für das Unternehmen. Seitdem sie die IN-TEC vom Altinhaber Harald Finger abgekauft haben, leiten sie gemeinsam die Geschäfte.

Der Unternehmensfokus bleibt beim Alten: Als Lohnfertiger produziert die IN-TEC vielgestaltige Präzisionsdrehteile, die sich an höchsten Qualitätsstandards messen lassen. Auf diesem Spezialgebiet hat man sich einen loyalen Kundenstamm erarbeitet. Die Übernahme hatte daher ihren Preis. Diesen finanzierten die Nachfolger unter anderem über ein Darlehen der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig, das durch die BBS verbürgt wurde. Die MBG steuerte einen komplementären Finanzierungsbaustein in Form von Beteiligungskapital bei.

Die IN-TEC hat sich mit ihren maßgenauen Drehteilen, die größtenteils aus Stahl bestehen, in einem Nischenmarkt etabliert. Neuinhaber Sven Neuhaus erklärt: „Wir haben die hochpräzise Fertigung perfektioniert und sind in der Lage, Bauteile exakt zu produzieren ohne zusätzliche Bearbeitungsschritte wie Nachschleifen zu benötigen. Unsere Stärke sind Sonderanfertigungen in Kleinserie mit 5 bis 100 Teilen pro Los.“ Die Stadt- und Kreissparkasse Leipzig steht dem Unternehmen seit der Gründung 2004 als Hausbank zur Seite, weiß Senior-Firmenkundenberaterin Mara Barthel zu berichten. Mit dem bisherigen Gesellschafter habe man schon länger Gespräche zum Thema Nachfolge geführt, als dieser die zwei Übernahmekandidaten vorstellte. „Die Zahlen der IN-TEC waren uns aus der bisherigen Zusammenarbeit gut vertraut. Auf dieser Basis war eine Finanzierung des Kaufpreises gut denkbar. Doch traue ich Herrn Neuhaus und Herrn Bilajbegovic die Leitung und Weiterentwicklung des Unternehmens zu?“, fragte sich Mara Barthel und fand bald eine Antwort: „In den darauffolgenden Gesprächen haben mich die beiden überzeugt und ich freue mich, dass wir die IN-TEC mit den neuen Inhabern weiterhin als Hausbank begleiten dürfen.“ Bevor der Vertrag für das Übernahmedarlehen unterzeichnet werden konnte, gab die BBS noch eine entscheidende Hilfestellung: Sie übernahm eine Ausfallbürgschaft für die Nachwuchsunternehmer, damit diese ausreichend Sicherheiten gegenüber der Sparkasse vorweisen konnten.

Während der Übergabevorbereitung standen die Finanzdienstleister, die Nachfolger sowie der Übergeber in engem Austausch. Die Gespräche zwischen allen Beteiligten waren von großem gegenseitigen Vertrauen und Wohlwollen gekennzeichnet, erinnert sich Sven Neuhaus. Die BBS und die Sparkasse haben dabei auch eine Mentorenrolle für ihn und seinen Geschäftspartner Muhamed Bilajbegovic eingenommen: „Wir wurden sehr gut beraten, welche rechtlichen und finanztechnischen Konstellationen für die Übernahme in Frage kamen und welche Vor- und Nachteile jeweils damit einhergehen. So konnten wir abwägen und die sinnvollste Lösung für uns finden.“ In diesem Kontext verweist er auch auf seinen Steuerberater Björn Reinhardt, der den angehenden Unternehmern eine wertvolle Unterstützung war. Letztlich gründeten sie eine Erwerbsgesellschaft, die alle Anteile an der IN-TEC erwarb. In diese Gesellschaft brachte die MBG wiederum Eigenkapital ein, womit sie das Finanzfundament stärkte und das Hausbank-Darlehen ergänzte. Schließlich galt es, zusammen mit der Firma auch eine Reihe spezialisierter Maschinen und Gerätschaften zu erwerben. Für die Lohnfertigung hält die IN-TEC einen umfassenden CNC-Maschinenpark bereit. Noch während der Produktion werden die Drehteile mit moderner Messtechnik geprüft, um Abweichungen vom Soll unmittelbar detektieren und beheben zu können. Die fertigen Komponenten reichen von 20 bis 850 Millimeter Durchmesser und finden vor allem in der Getriebetechnik Einsatz, bei der alle Einzelteile exakt passen und ineinander greifen müssen. So beliefert die IN-TEC namhafte Hersteller aus der Bahn- und Windkraftindustrie.

Mittlerweile ist ein gutes halbes Jahr vergangen, seitdem die IN-TEC den Besitzer wechselte. Ins Unternehmertum starteten die neuen Eigentümer unter alles andere als einfachen Rahmenbedingungen. Vor allem die Materialengpässe und Lieferunsicherheiten machen immer wieder kurzfristige Planänderungen notwendig. Sven Neuhaus beschreibt die zurückliegenden Monate als „turbulent“ und findet dennoch etwas Positives: „Als Geschäftsführer sind wir von Beginn an krisenerprobt.“ Trotz aller Unwägbarkeiten hielten ihnen die Kunden die Treue und begegneten mit Verständnis. Das ist einerseits das Ergebnis transparenter Kommunikation, andererseits wollen Kunden die Wertarbeit der IN-TEC und die Spezialexpertise der über 20 Mitarbeitenden nicht missen. Mit den neuen Eigentümern zogen schnell auch neue Technologien ins Unternehmen ein, berichtet Sven Neuhaus: „Direkt im Anschluss an die Übernahme haben wir die Digitalisierung vorangetrieben und Software zur Auftragsabwicklung oder Fertigungsüberwachung eingeführt. Unser Ziel ist es, die internen Verwaltungsprozesse weitestgehend papierlos zu gestalten.“ Überhaupt möchte man den Betrieb beständig weiterentwickeln. In den nächsten zwei bis drei Jahren sollen ältere Maschinen durch modernere Modelle ersetzt werden, die neue Fertigungsmöglichkeiten und eine höhere Energieeffizienz bieten. Der Generationenwechsel hat also nicht nur im Chefbüro stattgefunden, sondern durchzieht vielmehr alle Unternehmensbereiche der IN-TEC.

 

Bildquelle: IN-TEC Fertigungstechnik GmbH

1 – Produktionsanlage der IN-TEC

2 – fertige Drehteile aus Stahl

3 – Feinmessraum

4 – CNC-Präzisionsdrehmaschine


Deal-Team der BBS:

Ilka Jacobi
Ilka Jacobi, Regionalleiterin
Telefon +49 151 534298-32
Ines Brinckmann
Ines Brinckmann, Senior-Beraterin
Telefon +49 151 534298-36