23.03.2022

Ein Unternehmen im Wandel der Zeit – neues Inhaber-Trio treibt Transformation von Haase Tank voran

Der wirtschaftliche Wandel ist in vollem Gange. Nur, wer sich als Unternehmen anpassungsfähig zeigt, bleibt auch wettbewerbsfähig. Das weiß man bei der Haase Tank GmbH in Großröhrsdorf aus eigener Erfahrung. Hier vor den Toren Dresdens werden seit 1990 hochwertige Heizöltanks gefertigt, die aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) bestehen und dadurch besonders robust, langlebig und korrosionsfrei sind. So weit, so erfolgreich. Doch seit einiger Zeit relativiert die Energiewende die Bedeutung von Heizöl. Nicht zuletzt die jüngste Energiegesetzgebung lässt das traditionelle Kerngeschäft der Haase Tank zunehmend obsolet werden. Dabei bekennt sich das Unternehmen ganz klar zum Umweltschutz. In weiser Voraussicht hatte man vor mehreren Jahren begonnen, das Portfolio um zukunftsträchtige Produkte wie industrielle Abscheider oder Wärmespeicher zu erweitern.

Angesichts der Produktinnovationen war es nur ein folgerichtiger Schritt, nun auch die Eigentumsverhältnisse auf ein neues Firmenzeitalter auszurichten. Mit Thomas Falkenbach, Thomas Wobst und Tino Vilsmeier übernahmen im letzten Sommer drei leitende Angestellte die Haase Tank. In einem Share Deal erwarben sie sämtliche Firmenanteile sowie das Gewerbegrundstück samt Produktionshallen vom Firmengründer Harry Haase, der bereits ein hohes Alter erreicht und sich weitestgehend aus dem Betrieb zurückgezogen hatte. Die BBS unterstützte die Nachfolge auf ihre Weise: Mit einer Bürgschaft machte sie die Kaufpreisfinanzierung perfekt, die die Commerzbank Bautzen vergab.

Die Commerzbank Bautzen ist seit geraumer Zeit eng mit dem Unternehmen verbunden, weiß Firmenkundenberater Udo Lehmann zu berichten: „Seit 2002 arbeiten wir mit dem Unternehmen Haase Tank als Hausbank zusammen. Der geniale Erfinder aus Schleswig-Holstein, Harry Haase, hatte nach der Wiedervereinigung einen Produktionsstandort mit motiviertem Fachpersonal für seine Idee gesucht – und in Großröhrsdorf in einer Kunststoffteilefabrik gefunden.“ Zwischenzeitlich wurde der Betrieb zu einem eigenständigen sächsischen Unternehmen. In Kooperation mit der Hochschule Zittau/Görlitz werden längst auch eigene Produkte entwickelt. Die drei neuen Eigentümer leiten das operative Geschäft bereits mehrere Jahre. Thomas Falkenbach erklärt stellvertretend: „Wir haben schon vor der Übernahme gehandelt, als wäre es unser Unternehmen. Im Tagesgeschäft ändert sich daher nichts. Die Commerzbank Bautzen und die Bürgschaftsbank Sachsen haben mit ihrer zügigen und lösungsorientierten Finanzierungshilfe entscheidend dazu beigetragen, dass die Firmenübergabe so reibungs- und geräuschlos ablaufen konnte.“ Damit sorgten sie auch bei den 40 Angestellten und über 60 Partnern, die Haase-Produkte bundesweit vertreiben, für Erleichterung: Sie haben nun die endgültige Gewissheit, dass das Unternehmen unabhängig von seinem Altinhaber fortbesteht. Udo Lehmann von der Commerzbank Bautzen resümiert: „Es ist uns eine Verpflichtung gewesen, den Erhalt des Standortes zu unterstützen. Als Hausbank schätzen wir die traditionsverbundene und zugleich moderne Unternehmenskultur und freuen uns auf die weitere gute Zusammenarbeit.“

Das unverwechselbare Markenzeichen von Haase Tank ist und bleibt ein Kugeltank mit der Aufschrift „Ich bin zwei Tanks“. Es verweist auf die doppelwandige Bauweise, die doppelten Auslaufschutz und damit doppelte Sicherheit bietet. Die klassischen Heizöl-Tanks machen nach wie vor einen hohen Umsatzanteil aus. Entgegen dem weit verbreiteten Irrglauben sind Heizölanlagen nicht per se umweltschädlich oder überholt. Moderne Brennwerttechnik erlaubt ein energieeffizientes und emissionsarmes Heizen, während erneuerbare E-Fuels eine saubere Alternative zum konventionellen Heizöl bilden. Gerade in den ländlichen Regionen bleibt Heizöl der oftmals einzige verfügbare oder erschwingliche Wärmelieferant, weshalb der Gesetzgeber einen Einbau von Ölheizungen auch längerfristig erlaubt – ab 2026 jedoch nur noch in Kombination mit erneuerbaren Energien. Haase Tank-Geschäftsführer Thomas Wobst hält fest: „Wir sind der Überzeugung, dass Tanks für Heizöl und andere flüssige Brennstoffe auch in Zukunft benötigt und nachgefragt werden.“ Er ist sich jedoch auch im Klaren: „Wachstum generieren wir nur noch über andere Geschäftsfelder.“ Zur Entwicklung innovativer Produkte setzt man bei Haase Tank auf die ureigene Kernkompetenz: die Verarbeitung von GFK. Aufgrund der positiven Materialeigenschaften wie dem geringen Gewicht, der hohen mechanischen Belastbarkeit oder der Beständigkeit gegenüber aggressiven Substanzen eignet sich GFK ohnehin für weit mehr Einsatzwecke als nur zur Heizöllagerung.

Mit speziellen Abscheidern für Mineralöle und Fette ist es dem Unternehmen bereits gelungen, ein zusätzliches Geschäftsfeld aufzubauen und neue Kundensegmente wie Tankstellen, Werkstätten, Großküchen oder Metzgereien zu erschließen. Die Reinhaltung von Ab- und Grundwasser wird in Deutschland mit strengen Regularien eingefordert. Hier können Haase Tanks ihr Alleinstellungsmerkmal voll ausspielen, wie Geschäftsführer Tino Vilsmeier erläutert: „Mit unseren doppelwandigen Tanklösungen sind wir dem Wettbewerb in puncto Sicherheitsstandards weit voraus. Daher sehen wir auf dem Markt der Abscheider kurzfristig die höchsten Absatzpotenziale.“ Um diese auszuschöpfen, wurden bereits zwei Außendienstmitarbeiter für die Ballungsräume Ruhrgebiet und Stuttgart eingestellt. Am Firmensitz in Großröhrsdorf baut man derweil die Produktionskapazitäten aus. Mittlerweile entstehen hier auch Tanks für thermische Energie: „Für unsere Wärmespeicher prognostizieren wir mittel- und langfristig enormes Wachstumspotential. Durch die Speicherung von Abwärme eröffnen sich hier ganz neue Möglichkeiten einer nachhaltigen Wärmeversorgung.“ Steigende Umwelt- und Klimaschutzauflagen mögen die Nachfrage nach Heizöltanks zurückgehen lassen – für die neuen Produktkategorien rund um Abscheider und Wärmespeicher erweisen sie sich als wahre Geschäftstreiber. So liefert die Haase Tank am Ende des Tages ein eindrucksvolles Beispiel, wie man einen vermeintlichen Nachteil zu einem Vorteil ummünzt.

Deal-Team der BBS:

Lars Wiehe
Lars Wiehe, Regionalleiter
Telefon +49 172 6028464
Cornelia Adler
Cornelia Adler, Senior-Beraterin
Telefon +49 151 534298-44

Bildquelle: Haase Tank GmbH

1 – Kugeltanks bei dem Transport zum Kunden

2 – Außenaufnahme des Werks in Großröhrsdorf

3 – Heizöl-Erdtank beim Einlagern vor einem Wohnhaus nahe Leipzig

4 – Fettabscheider für Burg-Restaurant in Esslingen

5 – Pufferspeicher für Abwärme einer Großfleischerei in Berlin