15.03.2022

Selbst(ändig) ist die Frau – junge Chemnitzerin startet mit Tele Pizza ins Franchise-Business

Gründen in Zeiten von Corona: Anstatt sich von der Pandemie verunsichern zu lassen, ging Suzanne Schumann in die Offensive. Im März 2021 eröffnete sie ihr erstes eigenes Gastronomie-Business und erfüllte sich damit einen Lebenstraum. Als Franchise-Partnerin von „Tele Pizza“ versorgt sie hungrige Kunden seither mit frisch zubereiteten Pizzen, Burgern, Pastagerichten, Salaten und Snacks. Es ist der erste Tele Pizza Standort in Chemnitz. Das Geschäft ist von Grund her auf den Lieferbetrieb ausgerichtet, was ihr den Start inmitten des Lockdowns zweifellos erleichterte.

Die größte Herausforderung hatte die Gründerin noch vor der Eröffnung zu bewältigen: Es galt, ein ehemaliges Ladengeschäft im Chemnitzer Zentrum in einen Gastronomiebetrieb zu verwandeln. Die Pandemie hatte den Umbau immer wieder ins Stocken gebracht. Umso beruhigender war es für Suzanne Schumann, neben ihrer Familie und Freunden auch hilfsbereite Wirtschaftspartner an ihrer Seite zu wissen. Um die Finanzierungsfrage zu klären, arbeiteten drei regionale Partner Hand in Hand: Die BBS stellte nicht nur eine Bürgschaft aus, sondern auch ihre Kreditvorlage zur Verfügung. Damit erleichterte sie die Entscheidungsfindung bei der Sparkasse Chemnitz, die umfassendes Fremdkapital für die Existenzgründung gewährte. Die IHK Chemnitz hatte mit ihren Service-Angeboten ebenfalls zum erfolgreichen Geschäftsstart beigetragen.

Zu Beginn ihrer Selbständigkeit fehlt es Suzanne Schumann wie vielen jungen Unternehmerinnen und -unternehmern an ausreichend Sicherheiten für ein Bankdarlehen. Gleichwohl erinnert sich Falko Wolf, Fachberater für Existenzgründungen bei der Sparkasse Chemnitz: „Frau Schumann überzeugte in unserem ersten Gespräch mit einem schlüssigen Unternehmenskonzept und jahrelanger Erfahrung in der Branche.“ Er verwies die angehende Gründerin daher direkt an die BBS. Im Visier hatte er eine Bürgschaft ohne Bank (BoB), für die noch keine Finanzierungszusage von Seiten einer Hausbank vorliegen muss. „Das BoB-Verfahren haben wir bewusst gewählt, um Zeit zu sparen“, erklärt der Firmenkundenberater. „Anstatt die BBS erst zu involvieren, nachdem wir das Vorhaben analysiert und als wirtschaftlich tragfähig bewertet haben, konnten wir parallel mit der Prüfung beginnen und den Entscheidungsprozess so deutlich beschleunigen.“ Zum Service der BBS zählte auch, dass sie ihre Kreditvorlage als Entscheidungshilfe zur Verfügung stellte – selbstverständlich erst nach Zustimmung von Suzanne Schumann, die transparent in den Abstimmungsprozess eingebunden wurde. Neben der fachlichen Betreuung waren für sie vor allem auch der persönliche Kontakt und mentale Beistand von großem Wert: „Herr Wolf von der Sparkasse Chemnitz und Frau Haupt von der Bürgschaftsbank Sachsen haben mir beide von Anfang an das Gefühl vermittelt, dass sie an mich und mein Projekt glauben. Das hat mich als junge Gründerin sehr bestärkt.“

Sehr gut aufgehoben fühlte sich Suzanne Schumann laut eigenen Aussagen auch bei der IHK Chemnitz, bei der ihr Franca Heß beratend zur Seite stand. Die Referatsleiterin für Starthilfe und Unternehmensförderung unterstützte die Finanzierung, indem sie eine sog. „fachkundige Stellungnahme“ zu dem Gründungsvorhaben ausstellte. In ihr positives Gesamturteil flossen mehrere Faktoren ein, wie Franca Heß erläutert: „Zusätzlich zu ihrem Knowhow und einem Ausbilderschein brachte Frau Schumann großes Engagement und eine gute Portion Leidenschaft mit. Durch ihre Tätigkeit für eine bestehende Tele Pizza Filiale war sie bereits mit dem Franchise-System vertraut, das ihr zudem günstige Einkaufskonditionen bietet. Für den Kundenerfolg spricht das vielfältige Speiseangebot, das auch vegetarische und vegane Gerichte beinhaltet.“

Bevor Suzanne Schumann richtig loslegen konnte, musste sie die ausgewählte Gewerbeimmobilie erst „gastrofähig“ machen. Der Großteil des verbürgten Kredits galt daher dem Umbau und der Geschäftsausstattung. So wurde ein Abluftsystem installiert, eine Frostzelle angeschafft sowie ein Personalraum und ein Spülbereich eingerichtet. Die Gründerin war sich nicht zu schade, auch selbst mit anzupacken. Bei aller Vorfreude erlebte sie die Bauphase als „emotionale Achterbahnfahrt“. Mehrmals verzögerten sich die Arbeiten durch pandemiebedingte Materialengpässe, Lieferschwierigkeiten und Personalausfälle. Doch auch von den Rückschlägen ließ sie sich nicht entmutigen: „Ich hatte mein Ziel immer fest vor Augen. Mir war bewusst, dass ich Opfer bringen und hart arbeiten muss, um dieses Ziel zu erreichen.“

Die ehrgeizige Chemnitzerin scheute sich noch nie vor Verantwortung und Arbeit. Seit ihrem 14. Lebensjahr jobbt sie in der Gastronomie. Zuletzt arbeitete sie in der Tele Pizza Filiale in Zwickau – dort sah man größeres Potenzial in ihr und begleitete sie auf dem Weg zum eigenen Shop. Das Angebot, den ersten Franchise-Standort in Chemnitz aufzubauen, hatte bei ihr offene Türen eingerannt: „Ich hatte schon immer den Traum, ein eigenes Unternehmen zu führen. Dabei kann ich nur etwas verkaufen, hinter dem ich zu 100 % stehe. Dieses Gefühl habe ich bei Tele Pizza. Ich brenne und lebe für dieses Geschäft.“

Anders als bei anderen Lieferdiensten werden die Speisen bei Tele Pizza aus frischen Zutaten hergestellt, auch der Pizzateig wird hier noch selbst gemacht. Wenngleich sie heute über 20 Personen beschäftigt, belegt Suzanne Schumann auch selbst mit Burger oder fährt Bestellungen aus. An erster Stelle steht für sie die Kundenbindung. „Wir wollen durch hochwertige Produkte und exzellenten Service beim Kunden in Erinnerung bleiben“, fasst sie ihre Mission zusammen. Dieser Ansatz scheint aufzugehen. Ihr Business ist sehr gut angelaufen. Wenn Bürogemeinschaften regelmäßig ordern oder die Tele Pizza bei jungen Familien schon zum sonntäglichen Ritual gehört, wird sie einmal mehr darin bestätigt: die Gründung im „Corona-Modus“ war jede Schweißperle und jede Freudenträne wert.

Deal-Team der BBS:

Claudia Haupt
Claudia Haupt, Senior-Beraterin
Telefon +49 151 534298-34

Bildquelle: Suzanne Schumann