01.09.2021

Ingenieurskunst trifft auf Maschinenbau – PAMA paper machinery liefert sächsische Wertarbeit in alle Welt

Sie sind die geheimen Stars der sächsischen Wirtschaft: Unternehmen der Kategorie „Hidden Champions“ spielen in ihrem Marktsegment in der internationalen Top-Liga mit – und agieren in ihrer B2B-Nische doch unbeachtet von der breiten Masse. Ob die sächsische Tüchtigkeit und Bescheidenheit das Heranwachsen von Hidden Champions begünstigt, sei dahingestellt. Fakt ist, dass sie ein schwergewichtiger Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber im Freistaat sind. Einer dieser heimlichen Helden, die deutlich mehr Aufmerksamkeit verdienen, ist die PAMA paper machinery GmbH (kurz: PAMA) aus Freiberg. Das Industrieunternehmen hat seine profitable Nische im Sondermaschinenbau gefunden. Über die Jahre hinweg hat sich die PAMA zu einem führenden Hersteller für Maschinen bzw. Maschinenkomponenten entwickelt, die Spezialpapiere und Vliesstoffe produzieren und weltweit im Einsatz sind.

Hauseigene Spezialistinnen und Spezialisten, von denen viele aus der Region stammen, decken von der Entwicklung und der Konstruktion über die mechanische Fertigung der Metallteile bis hin zur Vormontage alle Arbeitsschritte ab. Bis eine Maschine schließlich ihren Betrieb aufnimmt, muss die PAMA jedoch in finanzielle Vorleistung gehen. Damit sie diese kapitalintensive Aufgabe stemmen kann, übernahm die BBS nun eine Ausfallbürgschaft gegenüber der Oberbank AG. Diese gewährte der PAMA daraufhin einen umfangreichen Kapitalpuffer in Form eines Avalrahmens.

Der Arbeitsalltag bei der PAMA ist geprägt vom klassischen Projektgeschäft. Jedes Maschinenteil wird in seiner Beschaffenheit und seiner Funktion auf den jeweiligen Einsatzzweck abgestimmt und maßgefertigt. Auch Lohnarbeiten führt die PAMA mit dem eigenen Maschinenpark aus. In jedem Fall liefert sie Qualität auf Weltmarktniveau. So groß dimensioniert wie die verarbeiteten Metallkomponenten und der Qualitätsanspruch sind auch die Finanzierungsanforderungen an die PAMA. Vor allem die zuletzt stark angezogenen Materialausgaben schlagen als Kostenpunkt zu Buche. Aber auch die 57 Angestellten sollen angemessen entlohnt werden, denn sie sind mit ihrem langjährig gewachsenen Knowhow und Erfahrungswissen die wichtigste Ressource der PAMA. „Bei Großprojekten müssen wir nicht selten Auftragswerte im einstelligen Millionenbereich vorfinanzieren“, erklärt PAMA-Geschäftsführer Uwe Maier. Die Suche nach einer Hausbank, die solch hohe Summen mitträgt, gestaltete sich entsprechend anspruchsvoll. „Uns war von Anfang an bewusst, dass wir zusätzliche Absicherung benötigen. Daher hatten wir auch die Bürgschaftsbank involviert, die wir aus einer früheren Zusammenarbeit kannten.“ Komplett wurde die Finanzierungskonstellation dann mit der Oberbank AG. „Wir sind sehr dankbar für den Vertrauensvorschuss, den uns die Oberbank und die Bürgschaftsbank entgegengebracht haben“, betont Uwe Maier.

Den erwähnten Vertrauensvorschuss hat sich die PAMA hart erarbeitet. Uwe Heckel, der zuständige Firmenkundenberater in der Chemnitzer Filiale der Oberbank AG, erläutert: „Die PAMA paper machinery GmbH ist als mittelständisches, produzierendes Unternehmen ein Paradebeispiel für Kundinnen und Kunden der Oberbank. Das Unternehmen betreibt lokale Wertschöpfung, welche unter anderem auch international vermarktet wird. Das Unternehmenskonzept und die strategische Ausrichtung der Firma haben uns ebenfalls überzeugt.“ Dabei weist die Gesellschaftsstruktur eine Besonderheit auf: Mit der PAMA UG wurde eine eigene Beteiligungsgesellschaft speziell für Angestellte geschaffen. Auf diese Weise partizipieren alle Mitarbeitenden am Erfolg der PAMA, was wiederum die Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen stärkt. Daran mangelt es der Geschäftsführung ohnehin nicht: „Herr Maier hat uns in intensiven Gesprächen durch seine persönliche Integrität und sein hohes Engagement für das Unternehmen, gepaart mit exzellenten kaufmännischen und fachlichen Fähigkeiten, beeindruckt“, berichtet Uwe Heckel von der Oberbank. Er ergänzt: „Nicht zuletzt bestärkte uns natürlich auch das Engagement der Bürgschaftsbank Sachsen GmbH in unserer Entscheidung, der PAMA paper machinery GmbH als Neukundin unseres Hauses einen großzügigen Finanzierungsrahmen einzuräumen.“

Die Wurzeln der PAMA reichen bis ins Jahr 1855 zurück, als die Firmenhistorie mit der Gründung einer Eisengießerei begann. Heute produzieren die Maschinen aus dem Hause PAMA Spezialmaterialien wie Filtermedien für die Flugzeugindustrie, Papiere für Teebeutel oder Reibbeläge für Bremsscheiben. Das wohl wertvollste Erzeugnis sind Banknotenpapiere. Führt man sich vor Augen, dass in jeden Geldschein ein Wasserzeichen eingebettet und ein metallisierter Sicherheitsfaden verwoben ist, so lässt sich erahnen, welch vielfältige Funktionen die Maschinen ausführen und wie präzise genau sie arbeiten müssen. Im Ausland findet man die PAMA-Produkte europaweit, in den USA oder in Japan. Der asiatische Markt sei aufgrund seiner hohen Investitionsbereitschaft für die PAMA besonders interessant als Absatzmarkt, erklärt Uwe Maier. Aber auch das Inlandsgeschäft mache einen hohen Umsatzanteil aus. In diesem Kontext nennt er die Grünperga Papier GmbH aus Grünhainichen, Schumacher Packaging GmbH oder auch die Papierfabrik Hainsberg als sächsische Referenzen. Diese Unternehmen schätzen unter anderem die geographische Nähe und natürlich das vertrauensvolle Verhältnis zur PAMA. So trägt die PAMA als Zulieferer der heimischen Industrie ihrerseits dazu bei, dass die Hidden Champions aus Sachsen ihre internationale Strahlkraft und Wettbewerbsfähigkeit behaupten können.

 

Bildquelle: PAMA paper machinery GmbH

  1. Beschäftigte der PAMA mit einer Schrägsiebanlage für den asiatischen Markt (2020)
  2. Uwe Maier, Geschäftsführer der PAMA
  3. Außenansicht PAMA Firmengebäude in Freiberg
  4. Martin Kilbach (Konstrukteur) und Thomas Dürr (Chefmonteur) bei der Vorbereitung der Werksabnahme von Ausrüstungen für die Papierindustrie
  5. Produktionsanlage - Schrägsiebstoffauflauf mit Siebpartie
  6. Trockenpartie in der Werksmontage