Was ist eine Bürgschaft?

Die Bürgschaft ist ein Vertrag zwischen einem Gläubiger (Hausbank oder Leasinggesellschaft) und dem Bürgen Bürgschaftsbank, wonach dieser für einen Schuldner (Kreditnehmer oder Kredit nehmendes Unternehmen) haftet.


Wer ist die Bürgschaftsbank Sachsen?

Die Bürgschaftsbank Sachsen (BBS) ist eine privatwirtschaftlich organisierte Selbsthilfeeinrichtung der gewerblichen Wirtschaft und nicht gewinnorientiertes Förderinstitut.

Gesellschafter der BBS sind die Spitzeninstitute der Kreditwirtschaft, Geschäftsbanken, Genossenschaftsbanken, Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Verbände und die Versicherungswirtschaft. Durch Rückbürgschaften von Bund und Freistaat ist die Bürgschaftsbank Bestandteil der Wirtschaftsförderung in Sachsen.


Was sind die Aufgaben der Bürgschaftsbank Sachsen?

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Existenzgründer der gewerblichen Wirtschaft und Angehörige der Freien Berufe verfügen auf dem Kapitalmarkt nur über begrenzte Finanzierungsmöglichkeiten. Sie sind gegenüber Großunternehmen benachteiligt.

Aufgabe der BBS ist es, diesen Nachteil bei der Finanzierung auszugleichen. Sie übernimmt deshalb gegenüber Kreditinstituten Bürgschaften für Existenzgründer und Unternehmen, sofern deren Erfolg versprechende Vorhaben an fehlenden Sicherheiten zu scheitern drohen.


Was kostet eine Bürgschaft?

Eine Ausfallbürgschaft kostet eine einmalige Bearbeitungsgebühr von 1,5 % des verbürgten Kredites und eine jährliche Bürgschaftsprovision von 1 % bezogen auf den valutierenden Kreditbetrag. Im Falle der Ablehnung eines Bürgschaftsantrags fallen außer einer Bearbeitungsgebühr von € 150 keine Kosten an.


Was geschieht, wenn die Bürgschaftsbank Sachsen aus ihrer Bürgschaft in Anspruch genommen worden ist?

Nach Kündigung der Kredite durch die Hausbank und nach Verwertung der Sicherheiten tritt die BBS gegenüber der Hausbank aus ihrer Bürgschaft für den verbleibenden Schaden ein (Ausfallbürgschaft). Anstelle des Kreditinstitutes ist jetzt die Bürgschaftsbank Gläubigerin. Mit ihr werden über die Hausbank Rückzahlungsvereinbarungen getroffen.


Wer kann eine Ausfallbürgschaft erhalten?

Alle bestehenden und neu gegründeten gewerblichen Unternehmen und Angehörige der Freien Berufe, denen wegen fehlender Sicherheiten kein oder kein ausreichender Kredit gewährt würde. Das Vorhaben muss betriebswirtschaftlich tragfähig sein.


Wie wird die Bürgschaft beantragt?

Die Bürgschaft wird in der Regel (außer beim Programm "Bürgschaft ohne Bank - BoB") vom Unternehmer über seine Hausbank beantragt. Die Kreditinstitute arbeiten mit der BBS eng zusammen. Beim BoB-Programm stellt der Unternehmer den Antrag direkt bei der BBS.


Wie oft kann man eine Bürgschaft beantragen?

Unternehmen können beliebig oft Bürgschaften beantragen. Es gilt aber, dass der insgesamt für einen Kreditnehmer übernommene Bürgschaftsbetrag € 2 Million nicht überschreiten darf.


Übernimmt die Bürgschaftsbank Sachsen das gesamte Kreditrisiko?

Die BBS trägt das Ausfallrisiko für das Kreditinstitut bis max. 80 Prozent des Kreditbetrags. Das Kreditinstitut selbst muss also mindestens ein 20-prozentiges Eigenrisiko übernehmen.


Für welche Vorhaben können keine Bürgschaften beantragt werden?

Die BBS kann keine Bürgschaften für Sanierungen übernehmen sowie für Maßnahmen, die nach den EU-Kriterien nicht "förderfähig" sind. Ebenso ist die Verbürgung bereits ausgereichter Kredite sowie von Umschuldungen ausgeschlossen.


Gibt es Bürgschaften nur für Existenzgründungen?

Nein. Bürgschaften können für jedes wirtschaftlich sinnvolle Vorhaben im Rahmen der Förderrichtlinien und unter Beachtung der EU-Fördergrundsätze (KMU-Kriterien ) gewährt werden.


Kann die Bürgschaftsbank jede Art von Krediten verbürgen?

Ja, Bürgschaften kommen sowohl für Förderkredite (z.B. der KfW-Mittelstandsbank) als auch für Hausbankkredite in Frage. Die Verbürgung von Kontokorrentkrediten, Leasingfinanzierungen und Avalkrediten ist ebenfalls möglich.


Kann eine Bürgschaft auch direkt bei der Bürgschaftsbank Sachsen beantragt werden?

Eine direkte Antragstellung ohne Hausbank ist nur beim Programm "Bürgschaft ohne Bank BoB" möglich. Der Unternehmer kann den Antrag direkt - ohne eine Hausbank - bei der BBS stellen und sich nach Zusage der Bürgschaft eine Hausbank seiner Wahl suchen.


Wo sind weitere Informationen zu einer Bürgschaft zu erhalten?

Sprechen Sie die Mitarbeiter der BBS direkt an. Sie finden diese in der Internetpräsenz im Punkt "Ansprechpartner".