30.04.2020

Dank unbürokratischer Express-Bürgschaften: zahlreiche Einzelhandelsunternehmen in Sachsen kehren finanziell abgesichert durch die BBS zum stationären Geschäftsbetrieb zurück

Dresden, den 30.04.2020: Nachdem etliche Ladentüren im Zuge der Corona-Pandemie fast einen Monat geschlossen blieben, ist der stationäre Einzelhandel in Sachsen wieder angelaufen. Zuvor hatte die Bürgschaftsbank Sachsen (BBS) mit ihrer schnellen Finanzierungshilfe die Grundlage dafür bereitet, dass zahlreiche lokale Einzelhändler die vorübergehenden Ladenschließungen und anhaltend gedämpfte Konsumstimmung finanziell überbrücken können. Mit bislang mehr als 170 vergebenen Ausfallbürgschaften verhalf sie sächsischen Ladenbesitzerinnen und -besitzern, die unverschuldet in wirtschaftliche Schieflage zu geraten drohten, unbürokratisch zu Krediten bei ihrer Hausbank und bewahrte sie damit trotz massiver Umsatzeinbrüche vor Liquiditätsengpässen. Das Team der BBS bearbeitet die täglich neu hinzukommenden Anträge weiter mit Hochdruck – schließlich zählt jeder Tag, wenn es Unternehmen im Freistaat vor wirtschaftlichem Schaden zu retten gilt.

Ihren Anspruch, die Finanzierungsnachteile kleiner und mittelständischer Unternehmen in Sachsen auszugleichen, löst die BBS mit Blick auf den Einzelhandel heute mehr denn je ein. Die Auswirkungen der Corona-Krise trafen und treffen die Firmen in der Branche vor allem dann hart, wenn der Großteil des Umsatzes über den Ladenverkauf generiert wird. Während hohe Ausgaben vor allem für Ladenmieten und bestellte Ware weiter zu Buche schlagen, bleibt die vorfinanzierte Ware häufig unverkauft im Regal liegen. Aber auch Betreiberinnen und Betreiber von Web-Shops verzeichnen in diesen Tagen Umsatzrückgänge und bekommen die allgemeine Konsumzurückhaltung momentan besonders stark spüren. Umso überlebenswichtiger sind Betriebsmittelkredite, wie sie die BBS mit ihren Express-Bürgschaften ermöglicht. 

David Tobias, Geschäftsführer beim Handelsverband Sachsen e. V.:
„Als Selbsthilfeeinrichtung der gewerblichen Wirtschaft hat die Bürgschaftsbank Sachsen schlagkräftig unter Beweis gestellt, wie schnell, flexibel und entscheidungsstark sie ist. In den Express-Bürgschaften, die innerhalb eines Bankarbeitstages bewilligt werden, sieht der Handelsverband Sachsen die geeignetste Möglichkeit der Überbrückung von Lieferantenverbindlichkeiten. Ungeachtet dessen fordert der Handelsverband weiterhin Zuschüsse auf nicht aufholbare Fixkosten auch für mittelständisch geprägte Handelsunternehmen, denn allein die Miete stellt als zweitgrößte Kostenposition nach den Personalkosten eine immense Belastung dar. Damit und mit den Programmen der Bürgschaftsbank Sachsen erhielten wir einen geeigneten Finanzierungsmix zur Zukunftssicherung eines starken Handels in einem starken Land.“

Martin Dulig, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr:
„Unser größtes wirtschaftliches Interesse derzeit ist es, dass die sächsischen Unternehmer wieder ihre Tätigkeiten aufnehmen und Umsätze erzielen können. Sowie, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus der Kurzarbeit zurückkehren können. Die Bürgschaftsbank Sachsen leistet dabei einen nicht zu unterschätzenden Beitrag – denn sie sichert die Liquidität der Unternehmen und damit deren Überlebensfähigkeit. Die Bürgschaftsbank gewährt mit den Expressbürgschaften – gerade in dieser angespannten Zeit – schnelle und unbürokratische Hilfen. Dafür danke ich an dieser Stelle den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“

Hartmut Vorjohann, Sächsischer Staatsminister der Finanzen:
„Die Auswirkungen der Corona-Krise treffen besonders stark die Unternehmen, die auf den persönlichen Kontakt zu den Kunden bauen. Dazu gehört in besonderem Maße der stationäre Einzelhandel, der gerade jetzt auf die rasche Bereitstellung von Finanzhilfen angewiesen ist. Mit dem staatlich gestützten Bürgschaftsprogramm können wir Firmen, die in Not geraten sind, schnell und zielgerichtet unter die Arme greifen. Es verschafft ihnen Liquidität in einer Zeit, in der gegebenenfalls nicht ausreichend Sicherheiten für ein Bankdarlehen zur Verfügung stehen. Die zügige Vergabe der Bürgschaften durch die BBS zeigt zudem, dass wir in Teamarbeit schnell auf die aktuellen Herausforderungen reagiert haben.“

Traditionsunternehmen Juwelier Roller sorgt mit Bürgschaft für ungewisse Zukunft vor

Das Beispiel des Juwelier Roller aus Chemnitz verdeutlicht, wie die BBS den sächsischen Einzelhändlern in der Krise Liquidität verschafft und damit zugleich die hiesigen Innenstädte vor dem weiteren Verwaisen schützt. Mit einer Express-Bürgschaft ermöglichte sie dem Juwelier, kurzfristig einen Kredit bei der Volksbank Chemnitz eG aufzunehmen. Firmeninhaber Carsten Schmidt-Kippig zeigt sich beeindruckt: „Mein Kreditantrag konnte dank der zügigen Bürgschaftsvergabe durch die BBS so schnell bewilligt werden, wie ich es mir zwar gewünscht habe, aber nie als realistisch erachtet hätte.“ Durch das Bankenkapital könne man trotz unsicherer Wirtschaftslage sicherstellen, dass die Corona-Pandemie auch mittelfristig nicht zur existentiellen Bedrohung für das alteingesessene Familienunternehmen wird. Schließlich wolle man die beiden Geschäfte im Chemnitzer Zentrum samt aller 30 Mitarbeiter unbedingt auch über die Krise hinaus halten.

Im Jahr 1886 als Goldschmiedewerkstatt gegründet, ist der renommierte Juwelier Roller schon in der fünften Generation in Familienhand. Selbst einschneidende Ereignisse in der Firmengeschichte wie ein Luftangriff auf Chemnitz im Jahr 1945, der den damaligen Inhaber das Leben kostete und das Stammhaus zerstörte, konnten das Geschäft nicht dauerhaft zum Erliegen bringen. Daran soll auch die aktuelle Krise nichts ändern. Während der vorübergehenden Ladenschließungen sorgten der etablierte Online-Shop, aber auch der persönliche Kundenkontakt per Telefon und E-Mail dafür, dass der Umsatz nicht komplett wegbrach. Die kürzlich wiedereröffneten Läden suchen heute vor allem Stammkunden auf. Sie fragen in diesen hochdynamischen Zeiten verstärkt nach zeitlosem, hochwertigem Schmuck. Das zeigt sich beispielsweise darin, dass Sammlerstücke wie Armbanduhren der sächsischen Traditionsmarke Glashütte Original oder auch der Manufaktur NOMOS derzeit vergleichsweise häufig bestellt werden.

Der ausführliche Förderbericht über Juwelier Roller ist hier zu lesen.

 

Über die BBS

Die Bürgschaftsbank Sachsen GmbH (BBS) ist ein öffentlich gefördertes Spezialkreditinstitut. Aufgabe der BBS ist es, als Selbsthilfeeinrichtung der gewerblichen Wirtschaft gemeinsam mit den Hausbanken die Finanzierung erfolgversprechender Vorhaben von kleinen und mittleren Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und der Freien Berufe in Sachsen mit Bürgschaften zu sichern. Die BBS wurde 1990 gegründet und ist Mitglied im Verband Deutscher Bürgschaftsbanken e.V. Die BBS übernimmt regulär Bürgschaften bis zu 80 Prozent des jeweiligen Kreditbetrages und bis zu einem Bürgschaftsbetrag von 2 Mio. Euro.

Hintergrund: Corona-Hilfsprogramm der BBS

Um schnelle und effektive Unterstützung leisten zu können, hatte die BBS in Abstimmung mit der sächsischen Regierung bereits in der Frühphase der Krise ein historisches Hilfsprogramm auf die Beine gestellt: Mit finanzieller Rückendeckung durch Bund und Land wurde der Bürgschaftshöchstbetrag auf 2,5 Mio. Euro und der maximale Verbürgungsanteil auf 90 Prozent des Kreditbetrags angehoben. Darüber hinaus hatte die BBS die Bearbeitungsgebühren für alle Express-Bürgschaften halbiert, die im Kontext der Corona-Krise vergeben werden, sowie den Bewilligungsprozess durch verkürzte Antragswege weiter beschleunigt.