26.01.2021

BBS und MBG legen Förderzahlen für das Corona-Jahr 2020 vor

Bürgschafts- und Beteiligungsvolumen auf insgesamt über 130 Mio. Euro verdoppelt

Dresden, den 26. Januar 2021: Die Bürgschaftsbank Sachsen (BBS) und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen (MBG) haben das Jahr 2020 mit einem historischen Ergebnis beendet: In den vergangenen zwölf Monaten wurden Bürgschaften und Garantien in Höhe von 103,6 Mio. Euro (2019: 50,8 Mio. Euro) übernommen sowie Beteiligungskapital über insgesamt 30,9 Mio. Euro. (2019: 13,9 Mio. Euro) bewilligt. Damit haben sowohl BBS als auch MBG ihre Vorjahreswerte verdoppelt und zugleich die Voraussetzungen für Investitionen im Freistaat mit einem Gesamtvolumen von 232,1 Mio. Euro geschaffen. Mit ihrem finanziellen Engagement trugen die beiden Wirtschaftsförderer weiterhin zur Schaffung und zum Erhalt von 12.836 Arbeitsplätzen in Sachsen bei.

Die Bewältigung der Corona-Pandemie und ihrer Auswirkungen bestimmte 2020 die Arbeit von BBS und MBG, die sich seit jeher als Selbsthilfeeinrichtungen der gewerblichen Wirtschaft verstehen. Allein durch ihre finanzielle Krisenhilfe bewahrten BBS und MBG rund 6.695 Menschen im Freistaat vor dem drohenden Verlust ihres Arbeitsplatzes. Mit gesonderten Corona-Express-Bürgschaften in Höhe von insgesamt 36,6 Mio. Euro verhalf die BBS vor allem etablierten Unternehmen zur Liquidität in der Krise. Über den Corona-Start-up-Hilfsfonds stellte die MBG unterdessen 17,3 Mio. Euro bereit, damit junge Unternehmen die pandemie-bedingten Finanzengpässe überbrücken können.

BBS sorgt mit 455 Ausfallbürgschaften für 11.009 Arbeitsplätze in Sachsen

Im vergangenen Jahr übernahm die BBS 455 Bürgschaften und Garantien in Höhe von insgesamt 103,6 Mio. Euro, womit sie die Vergleichswerte von 2019 (229 Bürgschaften und Garantien über 50,8 Mio. Euro) um rund 100 % steigerte. Durch ihre finanzielle Absicherung verhalf sie sächsischen Unternehmen zu Darlehen, die Investitionsprojekte mit einem Gesamtwert von 184,6 Mio. Euro ermöglichten (2019: 119,7 Mio. Euro). Einen Spitzenwert verzeichnete die BBS bei der Arbeitsplatzstatistik: Mit 11.009 gesicherten und neu geschaffenen Jobs wurde erstmals seit 10 Jahren wieder die 10.000er-Marke durchbrochen und die Zahl des Vorjahres (5.165 Arbeitsplätze) mehr als verdoppelt.

Schnelle Finanzierungshilfe während der Pandemie
In der Frühphase der Corona-Pandemie hatte die BBS zusammen mit Bund, Land und den Kreditinstituten unbürokratische Finanzierungshilfe zu verbesserten Konditionen organisiert. Schon Mitte März 2020 bewilligte die BBS im Eilverfahren die ersten Ausfallbürgschaften für betroffene Unternehmen in Sachsen, u. a. das „Berghotel Greifensteine“ aus dem Erzgebirge, das Einzelhandelsunternehmen „Juwelier Roller“ aus Chemnitz oder die Spedition „Hetsch Transporte“ aus Wilsdruff. Bis Jahresende 2020 vergab die BBS insgesamt 208 Express-Bürgschaften über 36,6 Mio. Euro an Gewerbetreibende, deren Zahlungsfähigkeit durch die Corona-Pandemie bedroht war.

Existenzgründungen auch in der Krise im Aufwind
Besonders erfreulich ist, dass auch in Pandemiezeiten zahlreiche Sachsen den Schritt in die Selbständigkeit wagen. Den jüngsten Förderzahlen zufolge wurden mit Hilfe der BBS im Krisenjahr 2020 mehr als 100 sächsische Unternehmen neu gegründet und übernommen: Insgesamt 130 Bürgschaften und Garantien über 33,2 Millionen Euro vergab die BBS, um Existenzgründungen im Rahmen von Neugründungen und Nachfolgen abzusichern. Damit liegen die Werte sogar über dem Vorjahresniveau (112 Bürgschaften über 26,1 Mio. Euro). Die Zahl der Investitionen, die mit den Existenzgründungen einhergingen, wuchs auf 83,2 Mio. Euro (2019: 59,6 Mio. Euro).

Arne Laß, Mitgeschäftsführer der BBS, sagt: „Wir bei der BBS haben gemeinsam mit unseren Mitstreitern bei den Banken, Kammern und den Ministerien keinen Tag gezögert und die Liquiditätssicherung von sächsischen Unternehmen zu unserer obersten Priorität gemacht, als das Coronavirus im März 2020 erstmals die hiesige Wirtschaft lähmte. Die Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse, die sich unter anderem in der Einführung der elektronischen Bürgschaftsurkunde zeigt, hat eine beschleunigte und ortsunabhängige Zusammenarbeit mit Hausbanken und Kunden erlaubt. Dass wir mit der BBS im letzten Jahr auch wieder etliche Neugründungen und Nachfolgen begleiten konnten, unterstreicht den Unternehmergeist, der trotz oder gerade wegen des Virus‘ weiterhin in Sachsen vorherrscht.“

 

MBG investiert 30,9 Mio. Euro Eigenkapital in 111 sächsische Unternehmen

Die MBG ist während des letzten Jahres insgesamt 111 Beteiligungen an Unternehmen mit erfolgsversprechenden Geschäftsmodellen eingegangen (2019: 79 Beteiligungen). Als Gesellschafter stellte sie Eigenkapital in Höhe von 30,9 Mio. Euro bereit, was mehr als dem Doppelten des Vorjahreswertes (13,9 Mio. Euro) entspricht. Von dem eingebrachten Kapital stammen rund 4,4 Mio. Euro, verteilt auf 24 Investments, aus dem Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS) Basic. Alle MBG-Beteiligungen zusammen beförderten Investitionen mit einem neuen Höchstwert von 90,5 Mio. Euro im Freistaat (2019: 56,4 Mio. Euro). Während die Zahl der gesicherten Arbeitsplätze mit 1.257 Jobs etwas geringer als 2019 ausfiel (1.869 Arbeitsplätze), konnten 570 Stellen neu geschaffen und damit der Vorjahreswert (181 Arbeitsplätze) beinahe vervierfacht werden.

Überbrückungskapital für krisenbetroffene Start-ups
Die Finanzierungsdefizite, die die Corona-Pandemie speziell auch bei jungen Unternehmen im Freistaat verursachte, kompensiert die MBG über den eigens eingerichteten Corona-Start-up-Hilfsfonds. Der 30 Millionen Euro umfassende Fonds wird von der MBG verwaltet und gemeinsam mit Bund und Land, vertreten durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau bzw. die Sächsische Aufbaubank, finanziert. Seit Start des Fonds im August 2020 investierte die MBG im letzten Jahr bereits 17,3 Millionen Euro in 38 innovative Start-ups, darunter in das soziale Start-up „Theo turnt“ aus Görlitz, die virtuelle Reha-Anwendung „Rehago“ aus Leipzig, die nachhaltige Klimatisierungstechnologie „EcoSyst“ aus Chemnitz und die Health-Software „scanacs“ aus Dresden.

Markus H. Michalow, Mitgeschäftsführer der MBG, sagt: „Für uns von der MBG stand außer Frage, dass wir die Start-ups als Innovationsmotor im Freistaat und Arbeitgeber von morgen nicht in der Krise allein lassen. Dank der Flexibilität unseres MBG-Teams waren wir in der Lage, auch unter nicht-alltäglichen Arbeitsbedingungen einen Turbo bei der Start-up-Förderung einzulegen. Parallel konnten wir unser ‚Business As Usual‘, also das Corona-unabhängige Investment in Unternehmen aller Entwicklungsstufen, weiter vorantreiben. Die Bilanz des letzten Jahres zeigt, welche Leistungen selbst in Krisenzeiten möglich sind und spornen uns an, die sächsische Wirtschaft auch 2021 weiter tat- und finanzkräftig zu unterstützen.“

 

Download Pressemitteilung - Förderzahlen 2020