15.01.2021

Grußwort des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer


"Liebe Unternehmerinnen und Unternehmer,

hätte man uns vor einem Jahr berichtet, dass ein Virus bald schon die gesamte Welt in Atem halten würde, wir hätten es wohl nicht für möglich gehalten. Mittlerweile ist dieses einst fiktive Szenario zur Realität geworden. Die Corona-Pandemie bedroht nicht nur unsere körperliche und seelische Gesundheit, sondern auch das wirtschaftliche Wohlergehen vieler Unternehmen im Freistaat. Finanzielle Widerstandskraft ist mehr denn je gefordert. Daher bin ich umso dankbarer, dass die Bürgschaftsbank Sachsen (BBS) und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen (MBG) ihrer Reputation als Selbsthilfeeinrichtungen der gewerblichen Wirtschaft im Krisenjahr 2020 alle Ehre gemacht haben.

In vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Bund und Land haben sie kurzfristige und unbürokratische Finanzierungshilfe für krisenbetroffene Firmen organisiert. Mehr noch: Die BBS und MBG tragen dafür Sorge, dass dringend benötigte Gelder zügig bei den Unternehmen ankommen und deren Liquidität gewahrt bleibt. Dank dem entschlossenen Handeln der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von BBS und MBG war unser Freistaat anderen Bundesländern in puncto finanzieller Unterstützung weit voraus. Schon am 20. März 2020, kurz nach Ausbruch des Virus in Deutschland, bewilligte die BBS die ersten Corona-Express-Bürgschaften. In Summe vergab sie im letzten Jahr 455 Bürgschaften mit über 100 Mio. Euro an Unternehmen aller Branchen, so auch an den besonders stark betroffenen Einzelhandels- und Gastronomiesektor. Damit bewahrte die BBS zugleich die Arbeitsplätze von mehr als 10.500 Bürgerinnen und Bürgern.

Neue Arbeitsplätze schuf die BBS insbesondere durch ihre Absicherung von Existenzgründungen, die erfreulicherweise auch in Krisenzeiten zahlreich stattfanden: Insgesamt 59 Neugründungen und 71 Gründungen im Rahmen von Nachfolgen ermöglichte die BBS in den vergangenen 12 Monaten. Angesichts der Pandemie konzentriert sich speziell auch die MBG auf die jungen Unternehmen in Sachsen: Sie leistet über den Corona-Start-up-Hilfsfonds finanzielle Krisenprävention und hat bis zum heutigen Tag insgesamt 17,7 Mio. Euro in 39 Nachwuchsunternehmen investiert, die durch die Auswirkungen der Pandemie in Liquiditätsengpässe zu geraten drohten. Im Fokus stehen dabei insbesondere technologieorientierte Start-ups mit nachhaltigen Geschäftsmodellen.

Mit ihren Corona-Hilfsangeboten knüpfen die BBS und MBG an jahrelange gelebte Wirtschaftsförderpraxis an, während der sie zahlreiche Investitionsprojekte im Freistaat mit auf den Weg gebracht haben. So konnten neue Produktionsstätten errichtet oder komplette Läden modernisiert werden. In der aktuellen Ausnahmesituation gilt es hingegen häufiger, Existenzen zu festigen statt zu erweitern. Diese Form der Unterstützung mag in vielen Fällen nicht so offen sichtbar sein, ist aber mindestens genauso wertvoll. Und so besteht das größte Verdienst der BBS und MBG in Pandemiezeiten wohl darin, finanziellen Schaden abzuwenden oder einfach nur ein beruhigendes Gefühl von finanzieller Sicherheit zu stiften. Denn auch wenn Optimismus in diesen Tagen nicht immer leichtfällt – mit der Gewissheit, dass sich die BBS und MBG weiter uneingeschränkt für das Wohl der sächsischen Wirtschaft einsetzen, dürfen wir zuversichtlich sein, dass wir auch die vor uns liegenden Herausforderungen zusammen meistern und neue Chancen für uns nutzen können.

Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen, dass Sie vor allem gesund bleiben und nie den unternehmerischen Mut und Pragmatismus verlieren."

Ihr

Michael Kretschmer

Bildquelle: © photothek.net/Sächsische Staatskanzlei