02.12.2020

Alles andere wäre nur herumgeschustert – alteingesessene Orthopädieschuhtechnik Walther verpasst dem Hauptgeschäft eine Grunderneuerung

Fast jeder Mensch besitzt ein Paar davon und sie spielen in beinahe allen Lebenslagen eine tragende Rolle – unsere Füße. Laut Statistischem Bundesamt tragen sie bei Frauen durchschnittlich 68,7 kg Gewicht verteilt auf 1,66 m Körpergröße durchs Leben, während es bei Männern im Schnitt sogar 85 kg Körpergewicht auf 1,79 m zu tragen gilt. Trotz dieser gewichtigen Aufgabe werden die Füße oftmals von uns vernachlässigt. Ob es wohl daran liegt, dass kein Körperteil weiter von ihnen entfernt ist als der Kopf? Einer, dessen Gedanken sich tagtäglich um Füße drehen, ist der Unternehmer Simon Arndt. Wenn seine Kunden zu ihm kommen, dann haben sie die Bedeutung der untersten Körperpartie meist schon mehr oder weniger schmerzlich am eigenen Leib erfahren: Simon Arndt und sein Team von der Orthopädieschuhtechnik Walther kümmern sich um deformierte und kranke Füße. Der Handwerksbetrieb, der 1974 von seinem Vater Volkmar Walther in Reichenau gegründet wurde, fertigt orthopädische Spezialschuhe und -einlagen nach Maß. Passend dazu erhalten Kunden bei Bedarf auch Fußpflege und podologische Behandlungen.

Im Verlauf der Zeit ist das Unternehmen auf drei Standorte angewachsen. Verglichen mit den Filialen in Reichenau und Lommatzsch ist die Hauptgeschäftsstelle in Meißen jedoch buchstäblich in die Jahre gekommen. Daher entschied sich Simon Arndt, die Räumlichkeiten jetzt zu modernisieren und auszubauen. Die finanzielle Gehhilfe dafür gab ihm die BBS an die Hand, indem sie einen umfassenden Firmenkredit gegenüber der Sparkasse Meißen verbürgte.

Im Gespräch mit der Hausbank musste Simon Arndt zunächst feststellen, dass seine Investitionspläne ein größeres Kreditvolumen erforderten als seine verfügbaren Sicherheiten zuließen. Ein klassischer Fall für die BBS, die ihm mit ihrer Ausfallbürgschaft zusätzliches Fremdkapital verschaffte: „Ohne die Bürgschaftsbank könnten wir die Umbauarbeiten nicht in dem Umfang realisieren, wie wir sie planen. Wenn wir dieses Investitionsprojekt nun in Angriff nehmen, dann möchten wir auch keine Kompromisse eingehen müssen, sondern alle unsere Vorstellungen verwirklichen,“ erklärt der Orthopädieschuhmachermeister. Mit seinem Bauvorhaben will Simon Arndt die Meißener Geschäftsstelle, die in ihrer jetzigen Form seit 1995 besteht, einmal generalüberholen. Denn auch wenn das Inventar immer gut gepflegt wurde, so entspricht die Geschäftsausstattung doch optisch und technisch nicht mehr den aktuellen Standards. Über den bevorstehenden Winter hinweg soll der Verkaufsraum nun heller und freundlicher gestaltet sowie die Elektro-, Licht- und Internettechnik auf den neuesten Stand gebracht werden. Der Umbau dient vor allem aber auch dazu, mehr Platz zu schaffen. So soll der Fußpflege-Raum vergrößert werden, weil er die Platzanforderungen der Krankenkassen nicht mehr erfüllt. Auch der Aufenthaltsraum wird ausgebaut, damit hier künftig das gesamte Team zusammenkommen und gemeinsam Mittagessen kann.

Zusammenhalt wird bei Simon Arndt und seinen sieben Angestellten groß geschrieben. Dass unter der Belegschaft eine familiäre Atmosphäre herrscht, ist kein Zufall – schließlich befindet sich die Orthopädieschuhtechnik Walther schon in zweiter Generation in Familienhand. Die Sparkasse Meißen unterstützt den Betrieb seit dem Generationenwechsel, wie die zuständige Gewerbekundenbetreuerin Sabine Niewand festhält: „Herr Arndt hat das Unternehmen 2014 von seinem Vater übernommen. Diese Übernahme hat die Sparkasse Meißen begleitet – und seitdem besteht eine sehr angenehme und offene Zusammenarbeit. Umso mehr freut es mich, dass wir Herrn Arndt auch bei der Modernisierung seiner Geschäftsräume und damit einer Investition in die Zukunft begleiten dürfen.“ Auch die BBS war schon involviert, als der heutige Firmenchef vor sechs Jahren die Nachfolge antrat: Damals sicherte sie die Kaufpreisfinanzierung als Bürge ab. Viele Kunden halten dem etablierten Meißner Familienbetrieb ebenfalls seit mehreren Jahren die Treue. Sie schätzen die persönliche Betreuung, bei der auf den einzelnen Menschen eingegangen wird. So individuell wie die menschlichen Füße sind nämlich auch die orthopädischen Schuhe und Einlagen, die Simon Arndt, sein Vater und ein weiterer Mitarbeiter in der hauseigenen Werkstatt passgenau anfertigen.

Zwar verfügt das Unternehmen über modernste Scantechnik zum Vermessen der Füße, dennoch erfordert die Herstellung der Spezialschuhe viel Handarbeit: zunächst werden die Leisten gefertigt, dann der Stoff für Einbettung und Schaft zugeschnitten und vernäht und schließlich die Sohlen und der Absatz angebracht. Mit viel handwerklichen Geschick entsteht so nicht nur medizinisches Schuhwerk, sondern auch Arbeitsschuhe nach strengen Qualitätsvorschriften. Darüber hinaus werden auch herkömmliche Konfektionsschuhe „zugerichtet“, also auf die besonderen anatomischen Anforderungen ihres Trägers angepasst, oder repariert. Egal, wo der Schuh drückt – das Team von Orthopädietechnik Walther hilft kompetent weiter. Eine breite Auswahl an Sanitätsartikeln wie Bandagen oder Kompressionsstrümpfe runden das Angebot ab. Nicht ohne Grund richtet Simon Arndt all seine Aufmerksamkeit auf das untere Ende unserer Beine: „Der Fuß ist das Fundament des Körpers. Wenn es dem Fuß nicht gut geht, beeinträchtigt das nicht selten auch den Rest des menschlichen Bewegungsapparates. Fehlstellungen des Fußes können sich über Knie und Wirbelsäule bis in den Nacken und den Schädel hinein auswirken und Schmerzen verursachen.“ Kopf und Füße sind manchmal eben doch enger miteinander verbunden als auf den ersten Blick ersichtlich.

 

Bildquelle: Orthopädieschuhtechnik Walther