10.09.2020

Größere Mengen für kleinere Preise – bei Online-Shop-Betreiber MedPlus beginnt die Expansion im Warenlager

Das Jahr 2020 wird sich ohne Frage tief in das kollektive Gedächtnis des sächsischen Unternehmertums eingraben. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, insbesondere von Präventivmaßnahmen wie Lockdown oder Social Distancing, präsentieren sich auch den Firmen hierzulande in all ihren Extremen. Während das Geschäft vieler Handelsunternehmen im Frühjahr dieses Jahres vorübergehend fast vollständig zum Erliegen kam, stiegen die Bestellzahlen bei der MedPlus Medizintechnik GmbH (kurz: MedPlus) so rasant an wie die Corona-Infektionszahlen. Über den Online-Shop medplus24.de vertreibt das 2005 gegründete Unternehmen medizinische Geräte und Verbrauchsmaterialien an professionelle Anwender und Privathaushalte. Im Gegensatz zu Mitbewerbern, die von der boomenden Anfrage nahezu überrollt wurden, traf die Corona-Welle den versierten Online-Händler aus Radeberg weder vollkommen unerwartet noch unvorbereitet.

Dank der langjährig gewachsenen Beziehungen zu Herstellern und Großhändlern sowie der umfangreichen Lagerhaltung konnte MedPlus seine Kunden selbst in der Hochphase der Krise ohne lange Wartezeiten mit Qualitätsprodukten zu fairen Preisen zu beliefern. Einen Beitrag dazu leistete auch die BBS. Sie stellte sich hinter die Wachstumspläne von MedPlus und verbürgte ein Darlehen der Commerzbank, das der Vorfinanzierung von Lagerware in größerem Umfang dient.

Mit der Aufstockung des Warenlagers war MedPlus-Geschäftsführer Jirka Oehme dem Virus einige Zeit voraus: Noch vor der Krise begann er mit der Umsetzung seiner komplexen Expansionsstrategie EK20, die auf die Optimierung der Einkaufskonditionen zielt. Die räumlichen Voraussetzungen hatte der Geschäftsmann bereits vor über zwei Jahren geschaffen, als er eine neue Firmenimmobilie mit großzügiger Lagerfläche erwarb. Bei der Finanzierung konnte er wie gewohnt auf die Commerzbank zählen, die ihn seit über 10 Jahren als Hausbank begleitet und schon mit mehreren Darlehen unterstützt hat. Mitte 2019 begann MedPlus, ausgewählte Artikel in größeren Mengen einzukaufen und die neuen Lagerkapazitäten auszunutzen. Für das kapitalintensive Vorhaben wandte sich Jirka Oehme erneut an die Commerzbank. „Aufgrund der deutlich größeren Investitionen schlug ich ihm vor, als Partner die Bürgschaftsbank Sachsen mit ins Boot zu holen“, erinnert sich Senior-Unternehmerkunden-Betreuer Frank Oswald. „Als wir dann im Januar 2020 gemeinsam zu einem ersten Gespräch in der Bürgschaftsbank saßen, war Corona zunächst nur eine Randnotiz in den Medien.“ Mit der Schweinegrippe im Gedächtnis stockte MedPlus schon Anfang des Jahres die Vorräte an Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln auf. Als aus einer vagen Vorahnung bald Tatsachen wurden, konnte man die erste Bestellwelle so solide bedienen. Handlungsfähig blieb MedPlus nicht zuletzt auch deshalb, weil man interne Geschäftsprozesse wie etwa die Buchhaltung schon längst digitalisiert und somit skalierbar gestaltet hatte.

„Ohne die Innovationen und die Investitionen der letzten Jahre hätte MedPlus das Auftragsvolumen nicht bewältigen können“, ist sich MedPlus-Chef Jirka Oehme sicher. Insofern hat ihn die Krise nur in seinem Expansionsprojekt bestätigt, das einerseits Ergebnis jahrelanger Erfahrungen im Online-Handel mit Medizinprodukten ist und andererseits Grundlage für die weitere, ebenso langfristig angelegte Entwicklung bildet. Mit seinen nachhaltigen Wachstumsplänen konnte er schließlich auch die BBS als Unterstützer gewinnen, wie der Unternehmer rekapituliert: „Wir haben unser Projekt, mit Unterstützung von Herrn Oswald von der Commerzbank, der Bürgschaftsbank vorgestellt und konnten auch detaillierte Fragen souverän beantworten. Es ist uns gelungen, durch gute Vorbereitung und ein durchdachtes Konzept auch die Bürgschaftsbank von unserem Projekt zu überzeugen.“ Schon wenige Wochen nach den ersten Gesprächen mit der BBS wurde die Ausfallbürgschaft bewilligt. Zu diesem Zeitpunkt, Ende Februar, war Covid-19 längst in Europa angekommen, was dem Projekt eine ganz neue Dynamik verlieh. „Doch auch ohne diesen Schub hat Jirka Oehme in ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell investiert. Wir haben ihn als Commerzbank mit dem Know-How unserer Unternehmerkunden-Sparte tatkräftig unterstützt und würden ihn auch in Zukunft gern bei seinen weiteren Vorhaben begleiten“, hält der Commerzbank-Betreuer Frank Oswald fest.

Als einer der ersten Online-Shop-Betreiber in der Medizin-Branche ist MedPlus quasi mit dem E-Commerce groß geworden – und hat seine Skeptiker eines Besseren belehrt, wie Jirka Oehme rückblickend berichtet: „Als wir unseren Online-Shop nach mehr als einem Jahr Vorbereitung 2007 in Betrieb genommen haben, wurden wir oft belächelt. Damals war der deutsche Markt ein Katalogmarkt und nur wenige Kunden kauften Medizinprodukte im Internet. Wir haben dennoch an unser Konzept geglaubt, über die Jahre immer weiter in den Online-Shop investiert.“ Heute gehört MedPlus zu den führenden medizinischen Fachhändlern im deutschsprachigen Raum und hat sich zu einem Komplettanbieter entwickelt. Ein Spezialgebiet sind seit jeher OP- und Untersuchungsleuchten sowie Folienschweißgeräte, für die man auch den technischen Service von der Installation über die Wartung bis hin zur Reparatur übernimmt. Ergänzt wird das Angebot durch Artikel des täglichen Bedarfs wie Verbandsmaterial, OP-Handschuhe oder Allergietests. Neben Geschäftskunden wie Krankenhäusern, Praxen und Pflegeeinrichtungen kaufen hier auch Industrieunternehmen und Behörden ein, auf deren Bestellliste etwa Defibrillatoren oder Hygieneartikel stehen. Zur Gruppe der Privatkunden zählen Medizinstudenten, die zu Übungszwecken u.a. anatomische Modelle oder Stethoskope ordern. Sie genießen bei MedPlus strategische Relevanz – sind die Nachwuchs-Mediziner von heute doch die Geschäftskunden von morgen.

Gut zu wissen: Auch aktuell gewährleistet MedPlus die Versorgungssicherheit seiner Kunden. Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken sind nach heutigem Stand sofort lieferbar – eine Errungenschaft der Einkaufsabteilung, die dieser Tage alles andere als selbstverständlich ist.

 

Bildquelle: Medplus Medizintechnik GmbH