30.04.2020

Gewappnet für den Ernstfall – Express-Bürgschaft verschafft Juwelier Roller aus Chemnitz kurzfristig Liquidität während der Corona-Krise

Keine Frage, die Corona-Krise hat in diesen Tagen auf jeden Wirtschaftszweig Auswirkungen. Es mag Gewinner und Verlierer der Krise geben, aber an wohl keiner Branche gehen die aktuellen Entwicklungen spurlos vorbei. Im Einzelhandel zeigt sich ein besonders ambivalentes Bild. Dass Konsumgüter des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel oder Hygieneartikel während der COVID-19-Pandemie stark nachgefragt sind, dürfte nicht verwundern. Wie aber verhält es sich mit Luxusgütern? Haben die Menschen in einer Krise, die für nicht wenige zum physischen oder ökonomischen Überlebenskampf wird, überhaupt Lust auf Luxus? Laut der Einschätzung von Carsten Schmidt-Kippig, dem Inhaber des Chemnitzer Traditionsgeschäfts Juwelier Roller, ist es wenigstens um den lokalen Schmuckhandel trotz Umsatzrückgang noch besser bestellt als man zunächst meinen würde – und als er es selbst erwartet hätte.

Für sein Unternehmen erhielt er jetzt eine der über 170 Express-Bürgschaften, die die BBS in den letzten Wochen unbürokratisch vergeben hatte, und die ihm einen Kredit bei der Volksbank Chemnitz eG einbrachte. Seine Hausbank hatte er schon mit Abzeichnen der Krise kontaktiert, um ein betriebswirtschaftliches Worst-Case-Szenario von Vornherein abzuwenden. Mit dem von der BBS verbürgten Kredit kann er seine Zahlungsfähigkeit nun selbst bei weiteren Umsatzverlusten in den nächsten Monaten aufrecht halten. Unterdessen lassen die Kunden eine Rückbesinnung auf bleibende Werte erkennen, die den Uhren- und Schmuckhandel am Laufen hält.

Für die Bürgschaftsangebote der BBS entschied sich Carsten Schmidt-Kippig auf Empfehlung seiner Hausbank – nicht zuletzt auch deshalb, weil er relativ früh in der Corona-Krise nach Liquiditätsquellen außerhalb des eigenen Geschäfts Ausschau hielt und die BBS als einer der wenigen Finanzakteure zu diesem Zeitpunkt bereits ein Hilfsprogramm aufgesetzt hatte. „Mein Kreditantrag konnte dank der zügigen Bürgschaftsvergabe durch die BBS so schnell bewilligt werden, wie ich es mir zwar gewünscht habe, aber nie als realistisch erachtet hätte“, berichtet der Unternehmer beeindruckt. Der Gang zu seiner Hausbank sei für ihn eine Art Vorsichtsmaßnahme gewesen. Auch wenn das Juwelierunternehmen Roller, das zwei Geschäfte im Chemnitzer Zentrum und einen Online-Shop betreibt, seine laufenden Kosten aktuell noch ohne Fremdkapital der Banken decken kann und auch die Möglichkeit der Stundung von Steuern oder Versicherungsbeiträgen nutzt, so wolle man auf eine mögliche finanzielle Notlage vorbereitet sein. Die Volksbank Chemnitz hat dazu gern ihren Beitrag geleistet, wie Firmenkundenberaterin Carola Mederer festhält: „Als Partner des regionalen Mittelstands setzen wir alle Kraft darauf, den Unternehmen vor Ort bei der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen als verlässlicher Partner zur Seite zu stehen. Umso mehr freut es uns, dass wir Herrn Schmidt-Kippig, mit dem uns eine langjährige, vertrauensvolle Geschäftsbeziehung verbindet, auch in diesen Zeiten unbürokratisch und schnell unterstützen zu können.“

Die finanzielle Absicherung, die die Bürgschaft und der darauf basierende Kredit bietet, hat auch einen psychologischen Effekt. Sie liefert Entspannung in einer angespannten Lage. Die wirtschaftliche Zukunft ist für den Juwelier Roller schließlich so ungewiss wie für viele andere in der Branche. Nichtsdestotrotz kann Carsten Schmidt-Kippig heute behaupten: „Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich bislang glücklicherweise nicht bewahrheitet. Nachdem die Konsumneigung in den ersten beiden Wochen nach Ausbruch der Krise zurückging, haben wir in der folgenden Zeit trotz Ladenschließung wieder spürbar mehr Anfragen über verschiedene Kanäle vom Telefon bis hin zum Online-Shop erhalten.“ Mittlerweile haben beide Geschäfte des Juwelier Roller am Chemnitzer Markt und in der Galerie Roter Turm unter Einhaltung der gebotenen Sicherheitsmaßnahmen wieder geöffnet. Zwar bleibt die klassische Laufkundschaft noch nahezu komplett aus, aber dennoch finden immer wieder Kunden gezielt den Weg in einen der Läden. Es sind vor allem Stammkunden, die sich in diesen Tagen an „den Roller“ als Juwelier ihres Vertrauens wenden. In Chemnitz ist das Familienunternehmen eine Institution, die seit 1886 besteht. Carsten Schmidt-Kippig ist sich sicher: Die generationenübergreifende Bekanntheit, das über viele Jahre hinweg aufgebaute Kundenvertrauen und die vorauseilende Reputation helfen dem Unternehmen jetzt durch die Krise.

Wer bei Juwelier Roller ein Schmuckstück erwirbt, der verschafft sich selbst oder einem nahestehenden Menschen einen Glücksmoment, wie man ihn in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren so oft vermisst. „Es freut uns sehr, dass sich unsere Kunden gerade auch in dieser herausfordernden Phase ein besonderes Schmuckstück gönnen. Aktuell sehen wir eine verstärkte Präferenz für hochwertige und langlebige Produkte, was unser Spezialgebiet bei Juwelier Roller ist“, erklärt Carsten Schmidt-Kippig. Anlässe für Schmuckgeschenke wie Geburtstage oder Jubiläen gibt es schließlich nach wie vor. Zudem gewinnen die Kostbarkeiten in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten, wie sie momentan herrschen, enorm an Wert als mittel- und langfristige Geldanlage. So beobachtet Carsten Schmidt-Kippig bei seiner Kundschaft auch eine gestiegene Bereitschaft zur Investition in Sammlerstücke wie etwa in Armbanduhren der sächsischen Traditionsmarke Glashütte Original oder auch der Manufaktur NOMOS. Außergewöhnlich hoch sei auch die Nachfrage nach Diamanten oder Goldbarren. Um kaufkräftige Schmuckliebhaber bedienen zu können, hält es Carsten Schmidt-Kippig in der aktuellen Situation für unerlässlich, weiterhin neue Ware vorzufinanzieren. Gerade jetzt im Frühjahr präsentieren die Hersteller wieder ihre Produktneuheiten, auf die auch die Kunden von Juwelier Roller sehnsüchtig warten – trotz oder vielmehr wegen der Krise.

Bildquelle: Juwelier Roller