05.11.2019

Der Tradition verbunden, der Zukunft verpflichtet – Handwerksbetrieb SPIEGEL ART erfüllt alte Spiegelfabrik in Weißwasser mit neuem Leben

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der innovativste Unternehmer im ganzen Land? Gäbe es einen Preis für fortschrittliche Geschäftsleute in Sachsen, SPIEGEL ART-Inhaber Steffen Noack und sein Sohn Christian hätten sehr gute Chancen auf den Sieg. Nicht nur dass sie moderne HighTech-Spiegel fertigen, die mit berührungslosen Sensorschaltern, integriertem Kosmetikspiegel und stilvoller Ambientebeleuchtung aufwarten, auch in puncto Vertrieb verlassen sie ausgetretene Pfade und gehen neue Wege. Ihren Webshop www.diespiegelmanufaktur.com haben sie kürzlich um ein interaktives Feature erweitert: Mit dem Spiegelkonfigurator kann nun jeder Internetuser seinen Spiegel selbst gestalten. Über das daran anknüpfende Händlerportal will man bei SPIEGEL ART künftig vor allem auch den Vertrieb über Partner ausbauen.

Für eine steigende Nachfrage ist der Handwerksbetrieb aus Weißwasser jedenfalls gerüstet. Letzten Sommer erwarben die Noacks eine alte, leerstehende Spiegelfabrik – ein Relikt aus der Zeit, in der die Oberlausitz noch Hochburg der deutschen Glasindustrie war. Mittlerweile haben sie das Industriegebäude wieder auf Vordermann gebracht. Das erforderliche Investitionskapital stellte die Commerzbank Bautzen bereit, jedoch nicht ohne vorher die BBS mit einer Bürgschaft einbezogen zu haben.

Seit Firmengründung 1992 stellt Steffen Noack maßgefertigte Spiegel her, die in privaten Wohnungen, aber auch in Yachten, Hotels und Schlössern hängen. Zu seinem Spezialgebiet gehören auch Zinn-Amalgam Spiegel. Für diese nutzt er ein historisches Verfahren, wie es vor 300 Jahren zum Einsatz kam. Einen Eindruck von Noacks Arbeit erhält man in den restaurierten Paraderäumen des Residenzschlosses Dresden, seinem jüngsten Prestigeprojekt. Weil die Kunden immer mehr und auch immer größere Spiegel bestellen, stießen die Produktionskapazitäten am Firmenstandort zuletzt an ihre Grenzen. Als sich die Chance ergab, ein verwaistes Industriegebäude in der Nachbarschaft zu erwerben, zögerte Steffen Noack daher nicht lang und schlug zu. Spätestens für die erforderlichen Sanierungsarbeiten war er jedoch auf einen Kredit angewiesen – genauso wie auf einen Bürgen, der die Finanzmittel für ihn greifbar machte. Hier nun kam die BBS ins Spiel. „Ich würde die Zusammenarbeit auch anderen Unternehmern mit Investitionsplänen empfehlen, weil die Zustimmung der BBS schnell, unkompliziert und unbürokratisch ablief“, resümiert der Firmenchef. Sohn Christian, der 2003 in den Betrieb einstieg und das Handwerk als Glasermeister von der Pike auf lernte, ergänzt, für welche Umbaumaßnahmen der von der BBS verbürgte Kredit Verwendung fand: „Im Rahmen der Investition konnten neue Räume zur LED-Spiegelmontage und Silberbelegung geschaffen werden. Zusätzlich wurde die Dachfläche saniert und eine Heizung installiert.“

Unverzichtbar für all diese Modernisierungsarbeiten war das Kapital der Commerzbank Bautzen. Sie steht SPIEGEL ART schon fast ein Jahrzehnt zur Seite, wie der zuständige Unternehmerkunden-Berater Udo Lehmann festhält: „Seit 2010 unterstützen wir das Unternehmen als Hausbank mit einem Geschäftskonto und ersten Krediten für die Maschinen.“ Warum sich die Commerzbank Bautzen nun auch für das jüngste Expansionsprojekt finanziell einsetzte, erklärt er folgendermaßen: „Das handwerkliche Geschick der Unternehmenslenker, verbunden mit immer wieder neuen und hochmodernen Ideen zur Geschäftserweiterung haben uns überzeugt, die Geschäftsbeziehung zum Unternehmen weiter auszubauen. Und so war es für uns selbstverständlich, die Investition in die neue 4.000 qm große Halle zur Produktionserweiterung zu finanzieren. Die Commerzbank Bautzen freut sich über die weitere gute Zusammenarbeit.“ Die zurückliegende Zusammenarbeit hat jedenfalls schon Früchte getragen. Zwischenzeitlich ist die Produktion in der neu erworbenen und umgebauten Halle angelaufen. Mit dem modernen Maschinenpark, der bereits eingezogen ist, werden nicht nur Spiegel gefertigt. Vielmehr produziert das 15-köpfige SPIEGEL ART-Team vielgestaltige Einrichtungsgegenstände aus Glas wie etwa Schiebetüren, Vordächer oder auch mit Fotos bedruckte Dusch- und Küchenrückwände.

Das am stärksten nachgefragte Produkt aus dem Hause Noack ist und bleibt jedoch der Spiegel. Mit dem neuen, eingangs erwähnten Spiegelkonfigurator macht sich das Vater-Sohn-Gespann jetzt die Digitalisierung für das Erschließen neuer Zielgruppen zu nutze. So erhalten Partner einen separaten Händler-Login, um den Konfigurator als Verkaufstool zu nutzen. Die browserbasierte Anwendung ermöglicht ihnen, individuelle Spiegel zusammen mit den Endkunden am PC zu entwerfen. Neben den Maßen des Spiegels und der Position der Lichtschlitze lassen sich u.a. auch optische Details wie ein mattierter Rand oder die Lichtfarbe bestimmen. Das Ergebnis wird in Echtzeit visualisiert und der Gesamtpreis, einschließlich Händlermargen, angezeigt. Im Hintergrund generiert das System automatisch Angebote und technische Zeichnungen. Doch warum werden all diese Services für Händler geboten? Als Multiplikatoren spielen sie eine zentrale Rolle in der Expansionsstrategie von SPIEGEL ART, denn der Wirkradius konzentriert sich bislang auf den Osten Sachsens und Brandenburgs. In Zeiten, in denen in dieser Region immer mehr Menschen abwandern und ganze Firmen schließen, können über Händler neue Kunden in allen Teilen Deutschlands akquiriert werden. Zudem lässt sich über sie auch der Kundenservice vor Ort abwickeln, vom Aufmaß bis hin zur Montage der Spiegel. Somit spiegelt das neue Händlerportal einmal mehr wider, wie die Noacks ihren Betrieb mit durchschlagender Innovationskraft fit für die Zukunft machen.

Übrigens: Wer die Spiegelproduktion in Weißwasser selbst einmal hautnah erleben möchte, erhält am 8. November 2019 dazu Gelegenheit. Im Rahmen der „Spätschicht – Tag des offenen Unternehmens“ können Interessierte dem SPIEGEL ART-Team in der neuen Produktionsstätte bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Bildquelle: SPIEGELART