07.08.2019

Wenn es perfekt werden soll – mittelsächsisches Unternehmen STAM inspiziert Bauteile mittels industrieller Computertomographie

„Engineered in Germany“ – Fahrzeuge, die dieses Prädikat tragen, genießen national und international einen hervorragenden Ruf. Doch damit PKWs und Nutzfahrzeuge höchsten Anforderungen an Leistungsfähigkeit, Robustheit und Nachhaltigkeit genügen, bedarf es nicht nur exzellenter Ingenieurskunst, sondern auch einer sorgfältigen Qualitätskontrolle. Genau auf dieses Glied der Wertschöpfungskette hat sich Mike Thiemer mit seinem 2017 in Waldheim gegründeten Unternehmen STAM – industrielle Computertomographie spezialisiert, das die Automobilbranche bei der Vermessung und Überprüfung von Bauteilen unterstützt.

Mit Hilfe eines CT-Geräts ermittelt der Unternehmer aus Mittelsachsen die Beschaffenheit von komplexen, kleinteiligen Werkstücken. Dabei detektiert er eventuelle Schwachpunkte ohne dass die Prüflinge beschädigt oder gar zerstört werden. Seine Dienstleistungen nehmen vor allem Firmen im Erzgebirgsraum in Anspruch. Zu den Kunden zählen sowohl regionale Niederlassungen großer Autohersteller als auch Zulieferer wie Werkzeugbauer. Sie schätzen besonders, dass Mike Thiemer mit seiner CT-Technologie schnelle Ergebnisse mit maximaler Präzision liefert. Ein finanzielles Absicherungskonzept nach Maß erarbeitete die BBS. Mit der Ausfallbürgschaft, die sie gegenüber der Kreissparkasse Döbeln einging, schaffte sie die Voraussetzungen für die Existenzgründung.

Vor der Gründung war Mike Thiemer bereits über 20 Jahre für verschiedene Unternehmen in der Qualitätskontrolle tätig. Während seiner Laufbahn als Angestellter kristallisierte sich bei ihm immer stärker der Wunsch heraus, sein eigener Chef zu sein. Den unternehmerischen Mut, den er selbst an den Tag legt, vermisste er zuletzt nämlich in seinem Arbeitsumfeld: „Die Investitionsunwilligkeit sowie die starren und eingefahrenen Strukturen meines damaligen Arbeitgebers bewogen mich, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen“, berichtet der ambitionierte Sachse. Als Mann vom Fach erkannte er eine Marktlücke: Die meisten Firmen scheuen sich davor, die kostspielige Technik zur Vermessung von Bauteilen selbst anzuschaffen. Stattdessen wollen sie die entsprechenden Dienstleistungen flexibel bei Bedarf einkaufen können. In diesem Trend zum Outsourcing sah Mike Thiemer seine Chance. Die Geschäftsidee für seine Firma stand also. Um seine Vision in die Realität umzusetzen, benötigte er jedoch noch das zentrale Instrument seiner Arbeit: ein CT-Gerät samt zugehörigem Software-Paket. Doch das konnte er nicht mal eben von seinen privaten Ersparnissen bezahlen, immerhin schlägt ein solches Gerät mit einem mittleren sechsstelligen Betrag zu Buche. So tat der Sachse das, was viele Nachwuchsunternehmer tun, und suchte sich finanzielle Hilfe bei der Bank seines Vertrauens.

Stellvertretend für die Kreissparkasse Döbeln erläutert Firmenkundenberaterin Nicole Bunde, womit der Gründer von Beginn an einen positiven Eindruck hinterließ: „Herr Thiemer überzeugte uns mit seinem durchdachten Unternehmenskonzept sowie seinem einschlägigen beruflichen Hintergrund in der Qualitätskontrolle.“ Um den angeforderten Kredit ausreichend abgesichert zu wissen, stellte die Kreissparkasse Döbeln den Kontakt zur BBS her. Diese leistete schließlich den ausschlaggebenden Beitrag zum Zustandekommen des Finanzdeals bei, wie Mike Thiemer dankbar festhält: „Die BBS ermöglichte durch ihre Ausfallbürgschaft erst die Finanzierung des CT-Gerätes durch die Kreissparkasse Döbeln. Ohne diese Bürgschaft wäre die notwendige Investition nicht möglich gewesen.“ Mittlerweile führt der Unternehmer seine Firma im zweiten Jahr. Die Erwartungen seiner Hausbank hat er laut Nicole Bunde erfüllt: „Mit seinen Dienstleistungen im Bereich der industriellen Computertomographie hat sich Herr Thiemer erfolgreich eine eigene Existenz aufgebaut. Wir freuen uns, dass wir ihn dabei zielgerichtet begleiten konnten.“ Beistand erhält der Geschäftsmann auch von seiner Ehefrau Anett Thiemer, die sich um die Akquise und Verwaltung kümmert. Die beiden sind ein eingespieltes Team, wie auch der Firmenname STAM deutlich macht. Er setzt sich zusammen aus den Initialen vom Namen des Inhabers sowie des Geburtsnamens seiner Frau.

Als Full-Service-Anbieter deckt STAM das komplette Spektrum der Qualitätskontrolle von der Vermessung des Bauteils über die Bereitstellung der Datenmodelle bis hin zur Auswertung der Untersuchungsergebnisse ab. Die hochmoderne CT-Technologie ist in der Lage, die komplette Geometrie des Werkstücks in einem Scanvorgang bis ins kleinste Detail zu erfassen. Mit seinem CT-Gerät nimmt Mike Thiemer hauptsächlich Spritzgussbauteile aus Kunststoff, wie etwa mechanische Teile für Rückhaltegurte in Fahrzeugen, unter die Lupe. Neben den äußeren Abmessungen und Formkonturen lassen sich auch die innenliegenden Bestandteile genau erkunden. Dabei können selbst winzige Lufteinschlüsse in gegossenen Bauteilen entdeckt werden, was mit herkömmlichen Messverfahren unmöglich ist. Eine Aufspannvorrichtung ist nicht erforderlich, so dass auch keine Verspannungseffekte am Bauteil auftreten. Aufgrund dieser Vorzüge eignet sich das CT-Untersuchungsverfahren ebenso für elastische Bauteile, so zum Beispiel für schwingungsdämpfende Gummihalterungen. Die Messergebnisse erhält der Kunde ohne langes Warten. Durch die hohe Präzision der Daten kann zugleich auch die Zahl der Korrekturschleifen deutlich reduziert werden. Ein absoluter Pluspunkt für die Auftraggeber von Mike Thiemer: Denn gerade in der automobilen Forschung und Entwicklung bedeutet zeitlicher Vorsprung immer auch einen Wettbewerbsvorteil.

 

Bildquelle: STAM - industrielle Computertomographie