11.03.2019

Auf Columbus‘ Spuren – sächsischer Unternehmer entert mit Bergmann North America Inc. den Übersee-Markt

Sachsen ist seine Heimat, Kanada sein zweites Zuhause und der Flughafen fast schon sein Wohnzimmer. Wohl kaum ein anderer Geschäftsmann im Großraum Chemnitz reist so viel um die Welt wie Lars Bergmann. Mehr als 10 Jahre trieb er die Internationalisierung des väterlichen Betriebs voran, bevor er sich vor knapp zwei Jahren mit der VIADUCT TECHONOLOGIES GmbH (kurz: VIADUCT) selbständig machte. Aufbauend auf seinem Erfahrungsschatz berät und betreut er Firmen aus Mitteldeutschland nun branchenübergreifend bei der Expansion nach Nordamerika. Er selbst gründete 2018 in Kanada die Bergmann North America Inc., an der er mit VIADUCT zu 50% beteiligt ist.

Im Joint Venture mit drei kanadischen Partnern plant, baut und betreibt er Anlagen zur Wasser- und Abwasseraufbereitung samt Steuerungs- und Fernwirktechnik. Bei seinem Eroberungszug des nordamerikanischen Marktes kann Bergmann auf Hilfe aus der Heimat zählen. Neben regionalen Produktentwicklern und -herstellern stehen ihm einheimische Finanzinstitute zur Seite. So verschaffte ihm die BBS einen Kredit der Volksbank Mittweida eG, mit dem er die Markterschließung jenseits des Atlantiks finanzieren und zugleich Arbeitsplätze in Sachsen sichern kann.

Sein grenzüberschreitendes Gründungsprojekt wurde von der BBS seit Beginn tatkräftig unterstützt, wie sich Bergmann zurückerinnert: „Die Beratung und Betreuung durch die BBS war vom Erstkontakt an höchst kompetent und sehr partnerschaftlich. Trotz der umfangreichen Antragsunterlagen erfolgte die Bearbeitung sehr zügig, aber auch mit der nötigen Sorgfalt.“ Die Bürgschaft als Finanzierungsinstrument kann er nur an andere Unternehmer weiterempfehlen, „da es sich unter anderem hervorragend für die auch durch den Freistaat Sachsen gewünschte Internationalisierung von KMU eignet.“ Bergmann setzte damals auf die „Bürgschaft ohne Bank“ (BoB). Dadurch konnte er sich eine Ausfallbürgschaft sichern, als noch nicht einmal eine finanzierende Hausbank feststand. Außer dem Business Plan stimmte vor allem auch Bergmanns berufliche Vorgeschichte die BBS optimistisch, dass er es in Kanada weit bringen wird: Durch seinen früheren Job bewegt er sich sicher auf dem internationalen Geschäftsparkett und kennt sich speziell im Bereich Abwasser- und Umwelttechnik bestens aus. Seine langjährige Branchenexpertise kommt ihm zu Gute, wenn er heute etwa hochmoderne Kläranlagen für Einfamilienhäuser, Hotels oder Campingplätze errichtet.

Mit der Bürgschaftszusage der BBS in der Tasche, die die fachkundige Prüfung und Befürwortung des Investitionsplans dokumentierte, war schnell ein Kreditgeber gefunden. „Die Volksbank Mittweida eG begleitet gern Existenzgründungsvorhaben in der Region. Wir haben uns daher sehr gefreut, dass sich Lars Bergmann, Geschäftsführer der Firma VIADUCT TECHNOLOGIES GmbH, mit seinem Investitionsvorhaben an uns gewandt hat und finanzierten dieses Vorhaben in Zusammenarbeit mit der Bürgschaftsbank Sachsen GmbH“, erläutert Claudia Landgraf, Firmenkundenberaterin in der Volksbank Mittweida eG. Das von der Hausbank bereitgestellte Fremdkapital ermöglichte Bergmann schließlich, die Bergmann North America Inc. in Ontario aufzubauen. Einerseits konnte er jetzt Lizenzen von sächsischen Ingenieursunternehmen abkaufen und andererseits Waren für die Erstausstattung des Lagers anschaffen, die wiederum zu Teilen aus Sachsen bezogen werden. Somit trug sein Investment gleichzeitig auch zum Erhalt und zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Freistaat bei – ein zentrales Kriterium für die Vergabe von Bürgschaften durch die BBS.

Doch warum entschied sich Bergmann, seine neue Firma ausgerechnet in Kanada anzusiedeln? Das Land habe ihn von den über 30 Ländern, die er bereits bereist hat, schon immer am meisten fasziniert, erzählt Bergmann. Außer der atemberaubenden Landschaft schätze er vor allem die Mentalität der Kanadier, die er als offene, ehrliche und verbindliche Geschäftspartner beschreibt. In Anbetracht der politisch angespannten Situation in den USA biete Kanada zudem die besseren Ausgangsvoraussetzungen für einen Vorstoß deutscher Unternehmen in Richtung Nordamerika. Bei aller persönlicher Affinität für Kanada weiß Bergmann doch sehr genau, was er an seiner Heimat hat: „Ich arbeite bevorzugt mit Partnern aus Sachsen zusammen, da ich hier über ein umfangreiches Netzwerk in Wirtschaft und Wissenschaft verfüge. Zudem haben die hier hergestellten Produkte eine ausgezeichnete und vor allem bewährte Qualität und die ingenieurtechnische und wissenschaftliche Kompetenz ist hervorragend.“ In jeder seiner Anlagen auf der anderen Seite des großen Teichs steckt daher immer auch sächsisches Know-How.

Übrigens: Die Nachricht vom Chemnitzer Unternehmer in Kanada verbreitete sich natürlich auch in der Heimat. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig ließ es sich daher nicht nehmen, der Bergmann North America Inc. im Rahmen seiner Kanadareise im letzten Jahr einen Besuch abzustatten und sich selbst ein Bild von dem International Business mit sächsischen Wurzeln zu machen. Während Bergmann seine Geschäfte in Kanada vorantreibt, kann er sich nicht nur auf wirtschaftlichen Beistand aus der Heimat verlassen: Auch seine Frau und Tochter stehen jederzeit hinter ihm und haben ihm von Anfang an bei seinen ehrgeizigen Expansionsplänen unterstützt, wie Bergmann mit großer Dankbarkeit betont.

 

Bilder:

1 - Minister Dulig bei seinem Besuch im September 2018 mit den Gründern vor dem Head Office der Bergmann North America Inc., v.l.n.r.: Leroy Robinson, Felipe Araque, Miles MacCormack, Martin Dulig, Lars Bergmann – Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

2 - Versetzen von Betonbehältern für eine Kläranlage für ein Einkaufszentrum in Innisfil, Ontario – Quelle: Bergmann North America Inc.

3 - Porträtbild Lars Bergmann – Quelle: Bergmann North America Inc.