06.11.2014

Sächsischer Meilenstein: Preisträger 2014

Nachfolge im Familienunternehmen: KET Kirpal Energietechnik GmbH Anlagenbau & Co. KG

"Ich bin stolz auf meinen Vater, der mir so viel Vertrauen schenkt", sagt Kristian Kirpal. Im vergangenen Jahr hat der Diplom-Ingenieur den Familienbetrieb KET Kirpal Energietechnik GmbH Anlagenbau & Co. KG übernommen. Sein Vater Kurt hatte das Unternehmen 1990 in Wermsdorf gegründet, immer verbunden mit dem Traum seinen kleinen Handwerksbetrieb im Laufe der Zeit zu einem erfolgreichen Industriedienstleister auszubauen. Schon früh holte er seinen Sohn Kristian mit an Bord: Der "Junior" - wie ihn die Belegschaft nennt - hatte nicht nur sein Studium darauf ausgerichtet, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, sondern auch neben Vorlesungen und Seminaren in der Firma ausgeholfen und sie weiterentwickelt. Seit 2007 arbeitete er im Betrieb in verantwortlicher Position. An Kristians 40. Geburtstag dann die Überraschung: Vater Kurt ließ von einem auf den anderen Tag los und übergab ihm das Unternehmen. Seitdem hat sich der Umsatz mehr als verdoppelt und neue Mitarbeiter konnten eingestellt werden. Sein Ziel ist es, die Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen. 


Unternehmensinterne Nachfolge: KEP GmbH

Barbara Jeschke hat sich erst in letzter Sekunde für eine interne Unternehmensnachfolge entschieden. Bis vor zwei Jahren leitete sie zusammen mit Peter Horn die Geschäfte der KEP GmbH aus Dresden. Das Unternehmen hat sich auf die Planung und den Aufbau von Großküchen spezialisiert. Altersbedingt wollte Mitbegründer Horn aus dem Betrieb ausscheiden, nach einer langen Suche meinte Barbara Jeschke einen guten Nachfolger für ihn gefunden zu haben. Doch hatte die Geschäftsfrau das Gefühl, dass der Bewerber nicht zu 100 Prozent in der Firma mitarbeiten wollte. Nach einer Gesellschafter-Versammlung fiel die Entscheidung, die Nachfolge aus den eigenen Reihen zu organisieren. In ihren Mitarbeitern Ronny Büttner und Jörg Westphal fand sie schließlich ideale Kandidaten, die mit ihr auf Augenhöhe die Geschäfte des Unternehmens führen wollten. "Der Vorteil ist: Ich kenne beide schon aus der Firma. Es waren beide meine Wunschkandidaten", sagt Barbara Jeschke. Jörg Westphal kannte sie schon länger, Ronny Büttner entschloss sich mit nur 24 Jahren zum Mitgesellschafter des Unternehmens zu werden. "Es war eine aufregende Zeit. Rückwirkend kann man sagen, dass es die richtige Entscheidung war", sagt Ronny Büttner.


Unternehmensexterne Nachfolge: saXcare GmbH

Robby Reschke fühlt sich in der Gesundheits- und Sanitätsbranche wie zu Hause. Mehrere Jahre war er in diesem Bereich tätig und leitete 20 Filialen eines Großunternehmens. Doch der umtriebige Unternehmer suchte nach neuen Herausforderungen und träumte seit Langem von einer eigenen Firma. So kam es, dass er und Stephan Bauer im Jahr 2010 eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge organisierten. Gemeinsam mit seinen ehemaligen Kollegen Ralf Müller und Christoph Weißbach hat es sich Robby Reschke zur Aufgabe gamacht die Mobilität von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen stets zu verbessern. Seit vier Jahren besteht die saXcare GmbH in Chemnitz unter neuen Namen. Im Zentrum der täglichen Arbeit steht beim gesamten saXcare-Team die persönliche Beratung der Patienten in der Klinik, im Sanitätshaus oder zu Hause - vor allem ist die saXcare GmbH im Bereich der Orthopädie-, Rehabilitations- und Medizintechnik sowie der Kinderspezial- und Schwerstbehindertenversorgung tätig. Die enge Kooperation mit einem Home-Care-Unternehmen und einer Orthopädieschuhtechnik rundet das Vollsortiment im Gesundheitsdienstleistungsbereich ab.


Sonderpreis: Dachdeckermeister Felix Jäckel

Die familieninterne Nachfolgeregelung kam im Fall von Felix Jäckel alles andere als erwartet. Nach der Schule entschied er sich, seine Ausbildung zum Dachdecker im familiengeführten Betrieb des Vaters Andreas Jäckel zu absolvieren. Diese hatte er gerade beendet als sein Vater 2010 verstarb und er mit 20 Jahren das Familienunternehmen übernahm. "An Aufgeben habe ich nie gedacht", berichtet der engagierte Jungchef, der den Dachdeckerbetrieb bereits in vierter Generation fortführt. Einen Notfallplan des Vaters gab es nicht, doch die Mitarbeiter und seine Mutter Sabine Jäckel, die seit Jahren als Sekretärin im Unternehmen arbeitet, standen dem Übernehmer tatkräftig zur Seite. "Wir hatten nur einen Versuch und haben gedacht: 'Wer nicht wagt, der nicht gewinnt'. Wir haben uns bei Mitarbeitern, Kollegen und Freunden rückversichert, die uns alle Mut gemacht haben." Schnell erlangte der junge Nachfolger die nötige Routine für das Alltagsgeschäft und strukturierte einige Abläufe im Unternehmen um. Seither läuft es gut für den kleinen Dachdeckerbetrieb aus Schirgiswalde-Kirschau - bis ins kommende Jahr ist das Auftragsbuch bereits gefüllt.